für eine größere Arbeitsmenge von P (das Verhältnis von y
zu x und von O zu P kann beliebig angenommen werden)
voll aufnahmsfähig ist. Dauernde Arbeitslosigkeit ist hier
nur denkbar, wenn der verfragsmäßig festgelegte Lohnsatz
über dem von uns so genannten nafürlichen Lohnsatze ge-
legen ist. Also dann etwa, wenn bei einem Gesamtangebote
an Arbeit von P, dem bei der gegebenen Nachfrage der
Lohnsatz x entsprechen würde, der höhere Lohnsatz y fest-
gesetzt oder an ihm festgehalten wird, der eine Aufnahms-
fähigkeit des Arbeitsmarktes für O Arbeit begründet. Bezw.
umgekehrt wird eine chronisch vorherrschende Arbeits-
losigkeit, die durch ihre Dauer die Stabilität der die Auf-
nahmsfähigkeit des Arbeitsmarktes bestimmenden sonstigen
wirtschaftlichen Voraussetzungen nachweist, darauf schließen
lassen, daß der herrschende Lohnsatz höher ist als der
bei den gegebenen wirtschaftlichen Verhältnissen als natür-
lich zu bezeichnende Preis der Arbeit.'*) Die Arbeitslosig-
keit stellt sich dann eben als Folge der Spannung zwischen
den Lohnsätzen x und y dar, ihr Ausmaß ist gegeben durch
die Differenz P—O und kommt in unserem Diagramm durch
den Abstand zwischen der Linie Ap (die das Arbeitsangebot
von P kennzeichnet) und der Linie Ao (die der Arbeits-
menge von O entspricht) zum Ausdruck. Die Arbeitsmenge ©
hingegen kann vom Markte voll aufgenommen und ver-
wendet werden.
Die vorstehenden Ausführungen bilden die Basis der
weiteren Abschnitte unserer Spezialuntersuchung und sind
für diese allein relevant. Um dem Bilde aber seine Umrah-
mung zu geben, sei an dieser Stelle noch folgendes bemerkt.
Aus dem Vorangegangenen war zu entnehmen, daß die
Aufnahmsfähigkeit des Arbeitsmarktes zu steigern ist durch
Erhöhung der Nachfrage nach den Produkten, zu deren
Herstellung Arbeit erforderlich ist. Bei normaler Entwick-
lung und Enffaltung einer Verkehrswirtschaft ergibt sich eine
solche bekanntlich auch bei bleibenden, ja eventuell sogar
bei steigenden Preisen und Lohnsätzen. Die Ursache hier-
für liegt — wenn wir wieder von den Wirkungen der vor-
B) Vergl. übrigens hiezu Cassel, a. a. 0., S. 287, der gewissermaßen
kurzerhand von dem Prinzipe der Knappheit auf den von uns dar-
gestellten Zusammenhang schließt.
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