Full text: Reis

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man sie zu Pulver, das man durch feines Nesseltuch siebt. So 
erhält man den echten „poudre de riz‘‘. 
Als Wäschestärke wird hauptsächlich Reisstärke benutzt, weil 
sie ausgiebiger ist als Weizen- und Maisstärke und sich am besten 
zum Kaltstärken eignet. „Silberglanzstärke‘‘ ist Reisstärke mit 
10—15% Borax; „Doppelstärke‘* enthält neben Reis- und 
Kartoffelstärke 6.—7% Borax und 2—2,5% Stearin; ‚‚Creme- 
stärke‘‘ ist mit Farbstoffen versetzt. Obwohl die Reisstärke ein 
vorzügliches Appreturmittel für Gewebe darstellt, da sie sehr 
vollständig, gleichmäßig und gummiartig verkleistert, wird sie 
des hohen Preises wegen doch nur zur Appretur feinerer Stoffe 
benutzt. In England scheint die Textilindustrie mehr Gebrauch 
von ihr zu machen. 
Die Verwendung der Eiweißkörper des Reises ist ein noch 
nicht zufriedenstellend gelöstes Problem. Da sie nicht kleben 
wie der Weizenkleber, können sie zu Appreturzwecken keine 
Verwendung finden; auch Kleberbrot kann man damit nicht 
machen. Wegen ihrer ausgezeichneten Verdaulichkeit kommen 
sie — wie es scheint, selten — unter dem Namen „Energin‘‘ 
als Nährpräparat in den Handel. Daß sie zu Viehfutter verar- 
beitet werden, ist oben schon bemerkt worden. 
Die Reiskeime enthalten, wie die Keime andrer Gräser, ein 
Fett, das als „Reisöl‘‘ in der Seifen- und Kerzenfabrikation 
Verwendung findet. 
Das Reisstroh wird, wie erwähnt, zur Viehstreu und als 
Viehfutter benutzt. Auch zur Herstellung von Geflechten, wie 
Körbe, Hüte, Sandalen, Stricke u. dgl., findet es Verwen- 
dung, und zwar hauptsächlich das Stroh des Klebreises, da es 
dünner, zäher und widerstandsfähiger als gewöhnliches Reisstroh 
ist; ferner als Rohstoff in der Papierfabrikation, wozu es in 
China schon seit alten Zeiten benutzt wird. Aus Reisstroh wird 
u. a, das beste Zigarettenpapier der Welt hergestellt. Das sog. 
„Chinesische Reispapier‘‘ (papier de riz, rice paper), das in 
China als Malgrund für Guaschebilder, bei uns zur Herstellung 
künstlicher Blumen dient, hat aber mit der Reispflanze nichts 
zu tun; es wird aus dem Mark von Tetrapanax papyrifera, 
Winkler, Reis (Monograph. z. Landwirtsch. warm. Länd.). Bd. I. ‘s
	        
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