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gerammten Pfählen festgehaltene Baumstämme dem abge-
spülten Erdreich Gelegenheit zum Wiederansetzen zu geben;
auch dadurch bilden sich im Laufe der Zeit kleine, unregelmäßige
Terrassen. Im allgemeinen verzichtet man aber wegen der
schweren Arbeit und des geringen Ertrages solcher Äcker auf
Terrainverbesserungen und nimmt lieber eintretende Schäden
in Kauf,
Wird das Feld für den Trockenreis also im ganzen nach den
Methoden vorbereitet wie sonst ein Getreidefeld, so gestaltet
sich die Bodenbearbeitung für den Wasserreis ganz anders, da
künstliche, genau zu regulierende Bewässerung die Voraus-
setzung seines Gedeihens ist. Dazu muß der Boden sorgfältig
nivelliert werden; denn, wenn die Wasserbedeckung eines Reis-
feldes nicht gleichmäßig ausfällt, können sich schwere Schäden
ergeben: auf den höheren, weniger tief bewässerten Stellen nimmt
das Unkraut überhand, an den tiefen Stellen mit zu hohem
Wasserstande kann sich die Reispflanze nicht kräftig entwickeln,
wird ‘vor allem am Schossen verhindert ; ferner bildet sich im
unteren Teile des Halmes das mechanische Stützgewebe nicht
richtig aus, so daß solcher Reis mehr zum Lagern neigt. Auf
Gelände mit Höhenabstufungen werden überall sorgfältig nivel-
lierte Terrassen gebaut. Diese Methoden der Bewässerung und
der damit zusammenhängenden Bodenbearbeitung kennt man
in den alten Reiskulturländern seit urdenklichen Zeiten. Wo
Terrassierung des Bodens nötig ist, ergibt sich eine ungleiche
Größe der — von Deichen umgebenen — Felder von selbst.
Kin solches Feld heißt im Malaiischen „sawah‘‘, ein Name, der
sich in der Reisliteratur weit verbreitet hat; in englischen Schrif-
ten wird von „paddy“‘‘, „check‘‘, „cut“ gesprochen. Die Aus-
dehnung der Felder sinkt in Japan und China, den klassischen
Ländern des Kleinbodenbesitzes, oft auf eine Fläche von wenigen
Quadratmetern. Aber auch in Ländern mit feudalen Besitzver-
hältnissen und ebenerem Gelände, wie Italien und den Süd-
staaten der Union, werden die großen Reisfelder durch Deiche
in kleinere Fächer geteilt, um eine gleichmäßigere, langsam
fließende Bewässerung durchführen zu können. (Das Schema