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scheint die Stauhöhe auch fast allgemein in Italien zu sein, wo
nach Koch beim ausgewachsenen Reis 30 cm durchaus keine
Ausnahme sind.
Der breitwürfig gesäte oder gedrillte Reis wird im Anfangs-
stadium verschieden behandelt. In Italien bewässert man ihn
nach der Aussaat etwa 1 Fuß hoch; sobald die jungen Pflanzen
an der Oberfläche erscheinen, was nach etwa 2—3 Wochen
der Fall ist, läßt man den Wasserspiegel bis auf 1 cm sinken,
da sich so der Boden schneller erwärmt und die Entwicklung
der Pflanzen beschleunigt wird (9, S. 236, 237). Im Präriegebiet
der Golfstaaten wird dagegen nach Chambliss (36, S. 693)
das besäte Feld nur selten bewässert, um die Keimung zu be-
schleunigen; man fängt allgemein erst mit der Berieselung an,
wenn die jungen Reispflanzen 15—20 cm hoch sind, und zwar
mit einer Schicht von 2,5—5 cm. Darauf steigert man langsam
die Stauhöhe bis zu einem Höchstmaß von 12 cm; die Pflanzen
sind dann wenigstens 60cm hoch. Entwässert müssen die
Felder so rechtzeitig werden, daß sie zur Ernte ausgetrocknet
sind.
Zeitweiliges Trockenlegen der Felder während der
Wachstumsperiode des Reises zur Durchwärmung und Durch-
lüftung des Bodens, wie sie Fesca fordert, scheint nur selten
wirklich systematisch durchgeführt zu werden. Allerdings ge-
schieht es zuweilen zu andern Zwecken, nämlich um das Jäten
oder sonstige Unkrautbestreitung auf dem Felde vornehmen zu
können. Die italienischen Reispflanzer scheinen dieses Ver-
fahren allerdings nicht oft anzuwenden. In Java, wo die Un-
krautbekämpfung durch Überflutung üblich ist, wird die ganze
Bewässerung etwa folgendermaßen durchgeführt. In den ersten
beiden Wochen nach dem Auspflanzen des Reises, das zwar im
feuchten, aber nicht vom Wasser überfluteten Boden geschieht,
werden die Sawahs, solange die Sämlinge noch nicht ange-
wachsen sind, nur sehr mäßig bewässert. Man verzichtet zuerst
am liebsten ganz darauf und fängt erst vorsichtig damit an,
wenn die Oberfläche trocken zu werden beginnt. Das Eintreten
dieses Zeitpunktes hängt von der Lufttemperatur und der