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fähig gegen die Bohrer wäre, doch werden begrannte Varietäten
stärker befallen als unbegrannte, ebenso Klebreis (Getan-Sorten).
Schoenobius bipunctifer, der gelbe Reisbohrer, verursacht
gewöhnlich nicht volle Mißernten, sondern nur geringe Ausfälle,
in seltenen Fällen bis 20% und mehr. Er ist in ganz Südostasien
verbreitet und wird bekämpft durch Lichtfallen, Absuchen der
Saatbeete nach Eierhäufchen, Umwandlung der abgeernteten
Felder in Fischteiche oder Abbrennen und Pflügen der Stoppel,
um die darin versteckten Puppen zu vernichten. — Der ebenfalls
in ganz Südostasien beobachtete gestreifte Reisbohrer, Chilo
simple x, findet sich mehr in trocknen Reisfeldern, scheint aber
bisher nicht besonders schädlich geworden zu sein. — Die drei
bisher genannten Bohrer‘ gehören zur Familie der Lichtmotten
oder Zünsler, Sesamia inferens, der violette Reisbohrer zur
Familie der Eulen. Er lebt in ganz Südostasien auch auf Mais
und Zuckerrohr und wird ebenfalls dem Reis wenig gefährlich.
Ähnlichen Schaden wie die Bohrer verursacht die Reissaat-
fliege oder Reisstengelfliege. Von diesem im Malaiischen
Archipel und in Britisch-Indien beheimateten Schädling hat
Trockenreis mehr zu leiden als Sawahreis, trockne Saatbeete
mehr als nasse. Der Schaden äußert sich hauptsächlich in ver-
mindertem Schossen. Viele der befallenen Pflanzen erholen sich
und bringen ihre Rispen zum Reifen.
Die Raupen einiger Eulen schaden durch Fressen an den
grünen Teilen der Reispflanze, vor allem in den Saatbeeten. Zu
den schädlichsten gehört wohl Spodoptera mauritia, die
gemeine Reissaateule, „pady cutworm“‘‘. Bei starker Plage kann
das ganze Feld von Raupen wimmeln, und alle Pflänzchen —
in den Saatbeeten und kurz nach dem Verpflanzen — können
abgefressen werden. Der Fraß beginnt von den Rändern der
Felder her. Das Tier ist von Westafrika über Südasien bis nach
Australien verbreitet und lebt auch auf Zuckerrohr, Mais und
wilden Gräsern. Bekämpft wird es durch Unterhaltung eines
hinreichenden Wasserstandes und Untertauchen der Reis-
pflanzen mittels eines durch die Felder geschleppten Taues;
durch Absammeln der Raupen, Puppen und Eierhäufchen, die
Winkler, Reis (Monograph. z. Landwirtsch. warm. Länd.). Bd. IIL ß