In anerkennenswerter Weise sind bereits in einigen Berg-?
baubezirken von den Arbeitgebern derartige Zulagen bewilligt
worden. So z. B. im rheinischen Braunkohlenrevier, wo die
Grube Liblar sofort bei Kriegsausbruch ihren Arbeitern eine
Kriegszulage von wöchentlich 3 Mark gewährte. Außerdem wird
in deni genannten Kohlenrevier noch von folgenden Gruben eine
Teuerungszulage gezahlt: Luise, Wachtberg, Wilhelma, Wid-
ling, Gruhl, Hubertus, Kohlenquelle, Konkordia-Nord und -Süd.
Auch im Lugau-Oelsnitzer und Zwickauer, sowie Zeitz-
Weißenfelser Kohlenrevier erhalten die Bergarbeiter in Berück
sichtigung der gestiegenen Lebensmittelpreise eine Teuerungs
zulage.
Schließlich erlauben wir uns noch, darauf hinzuweisen, daß
sich auch aus anderen Berufszweigen die Nachrichten über be
willigte Teuerungszulagen mehren. Besonders bei den mit
Heereslieferungen beschäftigten Firmen gibt es Kriegslohn
zuschläge, die häufig unter Mitwirkung der Militärbehörden
festgesetzt worden sind. Dieses zeigt, daß die Notwendigkeit der
Teuerungszulagen in weitesten Arbeitgeberkreisen anerkannt
wird. Wir geben uns daher der festen Hoffnung hin, daß auch
die Arbeitgeber in der rheinisch-westfälischen Bergbauindustrie
unsere Bitte auf Gewährung einer Teuerungszulage nicht ab
schlagen werden. , Erfreulicherweise ist sa die Geschäftslage des
Ruhrbergbaues fetzt derart, daß die Zahlung einer solchen Zu
lage im Bereiche der Möglichkeit liegt. Auch auf die am 1. April
in Kraft tretende Kohlenpreiserhöhung dürfte vielleicht in diesem
Zusammenhang noch hingewiesen werden.
Bezüglich der Teuerungszulage selbst möchten wir noch be
merken, daß wir uns dieselbe so denken, daß ihre Verrechnung
unabhängig von der regulären Schicht- und Gedingelohnfest
stellung am Schlüsse des Monats erfolgt. Die Zulage könnte
dann auch in den Lohnbüchern als besondere Posten aufgeführt
werden.
In früheren Antworten des Zechenverbandes auf Eingaben
der Bergarbeiterorganisationen war mehrfach der Hinweis ent
halten, daß dem Zechenverbande eine Einwirkung auf die Zechen
verwaltungen in dem von uns gewünschten Sinne nicht zustehe.
Wir hoffen zuversichtlich, daß der Zechenverband diesen Einwand
in dieser schweren Kriegszeit, die ein Zusammenarbeiten aller
Volksschichten dringend erforderlich macht, nicht erheben wird.
Indem wir um baldgefl. Antwort an den Erstunterzeich
neten bitten, erlauben wir uns noch, darauf hinzuweisen, daß,
falls es vom Zechenverband gewünscht werden sollte, Vertreter