Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

der  großen  Ungleichheit  in  der  finanziellen  Leistungsfähigkeit  der
einzelnen  Bergbaugesellschaften  unseres  Bezirkes  den  meisten  Zechen
jede  Verdienstmöglichkeit  nehmen  und  vollends  nicht  zu  tragen  sein
von  solchen  Werken,  die  schon  jetzt  mit  Verlust  arbeiten.
Zum  anderen  wird  auch  eine  gerechte  und  billige  Durchführung
der  vorgeschlagenen  Maßnahme  wegen  der  Verschiedenheit  in  der  Höhe
der  verdienten  Löhne  und  der  Lebensmittelpreise  für  unmöglich  gehalten ­
  und  auch  darauf  hingewiesen,  daß  das  Interesse,  aus  eigener
Kraft  für  die  Möglichkeit  gleicher  und  erhöhter  Lebenshaltung  zu
sorgen,  individuell  recht  verschieden  ist.
Schließlich  ist  es  eine  bekannte  Tatsache,  daß  derartige  schematische
Lohnerhöhungen  leicht  verstärkend  auf  die  Tendenz  zur  Erhöhung  der
Preise  des  Lebensunterhaltes  wirken.
Glück  auf!
Z  e  ch  e  n  v  e  r  b  a  n  d.
Der  Vorstand:  Hugenberg.  Die  Geschäftsführung:  Loewenstein.
4  *  *
Tie  AbIehnun  g  der  Teuerungszulage  durch  die  Wcrksbesitzer
  veranlaßte  die  vier  Verbandsvorstände,  den  Minister  für
Handel  und  Gewerbe,  Dr.  Sydow,  um  eine  weitere  Besprechung
über  die  Lohnfrage  zu  ersuchen.  Diese  fand  am  7.  Mai  1915
im  Handelsministerium  statt.  Der  Minister  erklärte  zusammenfassend: ­
  Er  erkenne  mit  Rücksicht  auf  die  stark  verteuerte  Lebenshaltung ­
  rückhaltlos  die  Notwendigkeit  einer  Lohnerhöhung  an.
Auf  den  fiskalischen  Werken,  das  wisse  er  bestimmt,  seien  die
Löhne  seit  Jahresbeginn  im  Steigen  begriffen  und  diese  Tendenz ­
  werde  von  der  Verwaltung  weiter  gefördert.  Soweit  er
Kenntnis  von  den  Privatzechen  habe,  seien  auch  dort  die  Löhne
seit  Jahresbeginn  gestiegen.  Von  März  1916  liege  das  Ergebnis
der  Lohnstatistik  zwar  noch  nicht  vor,  aber  nach  seiner  Ueberzeugung ­
  dürfte  die  Lohnsteigerung  angehalten  haben.  Das  Ergebnis ­
  der  Lohnstatistik  für  das  1.  Vierteljahr  1916  bleibe  daher
abzuwarten.

Eingabe  der  Vorstände  der  vier  Verbände  der  Bergarbeiter
Deutschlands  um  Ergänzung  der  Bundesratsvcrordnung  vom
3.  Dezember  1914  betreffend  Wochenbeihilfe.
B  o  ch  u  m  ,  den  14.  April  1916.
An  den  hohen  Bundesrat,  z.  H.  des  Herrn  Stellvertreters  des
Reichskanzlers,  Sr.  Exzellenz  Dr.  Delbrück,  Berlin.
Die  ergebenst  unterzeichneten  Vorstände  der  Bergarbeiterverbände ­
  richten  an  den  hohen  Bundesrat  die  Bitte,  die  nebenbenannte ­
  Bundesratsverordnung  gemäß  dem  Beschlusse  des
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.