Full text: Bevölkerungslehre

208 Erster geschichtlicher Teil ; 
entspreche auch immer eine Zunahme der Güterproduktion. Wenn 
auch bei Weyland!) der gleiche Gedanke im Mittelpunkt seines 
umfangreichen Werkes steht, so ist doch bei ihm die Begründung 
etwas tiefer. Bei ihm findet sich der für diese ganze optimistische 
Richtung besonders wichtige Glaube an den steten Fortschritt der 
Menschheit, der hauptsächlich auf moralischem Gebiet zur Geltung 
kommen müsse. Es ist kein Zweifel, daß gerade dieser z. T. tief 
religiös fundamentierte Glaube an den steten Fortschritt der Menschen 
bei all diesen Männern den Ausgangspunkt ihres Optimismus ge- 
bildet hat. Auch A. H. Everett”*) betont immer wieder, daß das 
Volkswachstum den menschlichen Fortschritt beschleunige; er hat 
in erster Linie der gesellschaftlichen Organisation für das Bevölkerungs- 
problem eine große Bedeutung zuerkannt. Er dringt wesentlich 
tiefer in die Zusammenhänge ein als die eben behandelten Schrift- 
steller. Er erkennt auch das Gesetz vom sinkenden Bodenertrag 
als richtig an. Er mißt ihm freilich keine ausschlaggebende Be- 
deutung zu, weil er meint, daß die Wirkung dieses Gesetzes immer 
wieder durch technische und wirtschaftliche Fortschritte über- 
kompensiert werde. Damit hat er bereits einen Gedanken an- 
geschnitten, der später noch zu weit größerer Bedeutung gelangen 
sollte. Der bekannteste Gegner der Malthus’schen Bevölkerungs- 
lehre dieser Richtung war damals wohl M. Th. Sadler®, der sich 
in einem sehr umfangreichen, aber keineswegs klaren Werke mit 
Malthus auseinandergesetzt hat. Er geht dabei durchaus empirisch 
vor und sein Hauptargument gegen Malthus gipfelt in dem Satze, daß 
die Fruchtbarkeit des menschlichen Geschlechts um so geringer 
werde, je mehr die Zahl der Menschen zunehme und ihre Dichte 
größer werde. Er sucht das vor allem mit den Hinweis darauf zu 
belegen, daß in den Städten die Fruchtbarkeit geringer sei als auf 
dem Lande und daß mit steigender Volkszahl die Stadtbewohner 
zu- und die Landbewohner abnehmen müßten. 
Bei den folgenden Vertretern dieser Richtung findet sich eine 
wesentlich vertieftere Betrachtung. A. Alison*) steht den Zu- 
über diese Fragen sind unter dem Pseudonym G. Purvus erschienen. Vgl. vor allem 
Gray versus Malthus: The principles of population and production, London 1818. 
‘) The principles of population and production ... London 1816. 
* New ideas on population with remarks on the theories of Malthus and 
Godwin, Boston 1823. 
3) The law of population, London, 2 Bde., 1830. 
*) The principles of population and their connection with human happiness, 
London 1840.
	        
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