Nr 035 A
Der Landwirtschaftsminister berichtete von einer
Bereisung verschiedener Ansiedlungen der „Eigenen Scholle“,
die er mit dem Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg,
mit den Referenten seines Ministeriums und dem
Unterstaatssekretär vorgenommen habe. Am Freitag,
dem 15. Mai, sei die Ansiedlung Lebus besichtigt worden,
die in zwei Teile zerfalle, eine ältere Besiedlung, die
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folgenden Tage Bernsee, Schlanow und Hohenkarzig,
worüber ein Referent seines Ministeriums im besonderen
vortragen würde. Die gemachten Beobachtungen könnten
sich natürlich nicht auf alle einzelnen Fälle erstrecken, die
in der Kommission mitgeteilt worden seien, aber der
Vortrag werde der Kommission doch für die Beurteilung
der §§ 5 flg. von Interesse sein. Auf Grund der in der
Kommission gemachten Mitteilungen sei er mit ziemlichem
Vorbehalt an alles, was den Teilnehmern gezeigt worden
sei, herangetreten, er dürfe aber in Übereinstimmung mit
den anderen Herren versichern, daß das Ergebnis der
Besichtigung ein durchweg gutes gewesen sei. Vor allem
hätten alle Beteiligten von der Tätigkeit des Regierungsrats
Otto, der die Ansiedlungen der „Eigenen Scholle“
leite, einen besonders günstigen Eindruck gewonnen.
Der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums
gab gegenüber den Bemängelungen an der Geschäftstätigkeit
der Eigenen Scholle zu, daß vereinzelt
Fehler vorgekommen seien. Das sei bei der Schwierigkeit
des ganzen Besiedlungsgeschäfts auch nicht verwunderlich,
Fehler würden bei jeder Organisation vorkommen, auch
bei der staatlichen Ansiedlung, bei der Anssiedlungskommission
sowohl wie bei den Generalkommissionen.
Die Fehler würden auch nicht vermieden werden durch
die Unterstellung der Landgesellschaften unter die staatliche
Genehmigungsbehörde.
Ein berechtigter Kern der erhobenen Vorwürfe könne
in zwei Punkten gefunden werden: 1. in der Frage der
Baukosten, 2. in einzelnen Mißgriffen von Gutsverwaltern.
Bei den Bauten sei mitunter zu sehr den Wünschen
der Ansiedler nachgegeben worden bezüglich der Ausdehnung
des Baues. Die Ansprüche der Ansiedler in der Provinz
Brandenburg bezüglich des Baues seien im allgemeinen
recht groß im Gegensaß zu Ostpreußen und Pommern.
Sie verlangten einen schönen, geräumigen Ausbau; die
Folge sei, daß die Bauten teuer würden und daß Überschreitungen
des Voranschlages vorkämen. So liege der
Fall in Krummendorf. Krummendorf selbst sei bei der
Bereisung nicht besichtigt worden, aber es lägen die
Berichte vor. Dort sei der Fehler gemacht, daß der
Bautechniker der Landgesellschaft, über seine Befugnisse
hinaus den Wünschen der Ansiedler nachgebend, ohne sie
genügend auf die finanzielle Tragweite hingewiesen zu
haben, die Bauten üppiger ausgestaltet habe, als von
vornherein beabsichtigt gewesen sei. Nachher seien natürlich
die Klagen der Ansiedler gekommen, daß die Bauten zu
teuer seien. Der Bauführer sei entlassen worden.
Allgemein sei zu bemerken, daß die Bauten der
Eigenen Scholle durchweg nicht billig seien. Aber sie
seien solide, gut und gefällig ausgeführt. Die Eigene
Scholle gebe die Bauten zum Selbstkostenpreise ab; wenn
die Ansiedler selbst bauen wollten, leiste sie unentgeltlich
die Baufuhren. Die Frage der Verbilligung der Bauten
werde erwogen. Es liege seit einiger Zeit ein Antrag
der Landgesellschafst dem Minister vor, einen höheren
Baubeamten bei der Generalkommission in Frankfurt
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Bezüglich einzelner Mißgriffe von Gutsverwaltern
und sonstigen unteren Angestellten der Gesellschaft sei
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