Object : Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

Argentinien.
A. Industrien aus Bodengewächsen.
a) Mühlenindustrie)).
Die Ausfuhr von Mehl ist von 1896—1905 von 51 732 t
auf 144 760 t im Werte von 1949556 bis 5373699 P. G.
gestiegen.
Die argentinische Mühlenindustrie gedieh von dem Augen-‘blicke
 ab, als es ihr gelungen war, die ausländische Einfuhr
zu beseitigen und sich selbst Absatzgebiete im Auslande zu
verschaffen. Schon im Jahre 1597 führte Buenos Aires Mehl
nach Brasilien aus und behielt den dortigen Markt, bis nach
der Unabhängigkeitserklärung Argentiniens die Einwanderung
derart zunahm, daß die Müllerei der Republik den inländischen
 Bedarf nicht mehr decken konnte und Mehl aus
Chile, Kalifornien und sogar aus Australien eingeführt werden
mußte. Im Jahre 1873 begann dann nach der Gründung
großer Mühlen ‘die Ausfuhr wieder, und zwar in rasch
steigendem Maße:
1870 7
Sa
85/891 2
90/94 1165
95/99 238 507
1900/0* 31253 ,
1905 144760
Im Jahre 1903 besaß Argentinien nach amtlicher Zählung
 650 Mühlen, darunter 234 mit Dampf-, 303 mit Wasserkraft,
 während eigentümlicherweise sich keine Windmühlen
vorfanden. Das in der Müllerei angelegte Kapital wurde
1895 auf. 26'/2 Mill. Pesos geschätzt, die Zahl der beschäftigten.
 Personen betrug 4000. Diese Ziffern haben sich seither
 bedeutend erhöht, doch fehlen amtliche Aufstellungen
darüber. 1894 wurden 600000 t Weizen gemahlen, die
400 000 t Mehl ergaben; 1903 betrug die Produktion
450000 t, von denen 72000 t ausgeführt wurden. Die
Leistungsfähigkeit der argentinischen Mühlen ist so bedeutend,
daß in 24 Stunden 4000 t Weizen oder in 5 Monaten die
ganze Weizenernte gemahlen werden könnte. Die Zahl der
Mühlen hat gegen früher abgenommen, trotzdem ist die
Gesamtleistung bedeutend gestiegen, was der Umwandlung
!) Vgl‘ Latzina. 5.474 u. f-18


            
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