Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

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wirft, sie hätten auf beiden Achseln getragen, hat man sich darüber 
gefreut, daß grade sie so gezwiebelt wurden. Solche Briefe hab’ 
ich selbst gesehn. 
Also Bismarck hat doch gesiegt, und Wilhelmchen hat eine 
; Versöhnungsphrase an seine Erlauchten, Edlen und Getreuen er- 
lassen, dabei aber gleichzeitig beteuert, wenn man ihm wieder 
Geld verweigern werde, es leider „unvermeidlich“ sein werde, 
unbewilligtes Geld auszugeben. Wie man damit selbst bei dieser 
Kammer den Konflikt lösen kann, ist mir noch nicht klar. Dazu 
o ein deutsches oder rather norddeutsches Parlament, über dessen 
etwaige Stellung oder Befugnisse wenigstens Herr Eulenburg sich 
entschieden geweigert hat, die geringste Auskunft zu geben — 
das sind schon ganz hübsche Aussichten auf baldigen Krawall. 
Bismarck selbst wird gewiß Streit zu vermeiden suchen, so dumm 
ist er nicht, aber das alte hohenzollernsche Vieh gerät sicher hin- 
ein, und dann wird er sich wundern über seine intelligenten 
Bajonette. 
Daß es bald wieder ans Haun geht, ist klar genug. Ich glaube, 
es wird mit den Franzosen los gehn. Bonaparte ist gescheit ge- 
» nug, dies vermeiden zu wollen, solange es irgend geht, aber die 
Masse der Franzosen, namentlich der Bourgeois mit ihrer Miß- 
gunst gegen jede Stärkung Deutschlands, ist doch zu borniert und 
fanatisch, daß ihr die expansion de la France qui ne peut avoir 
lieu que du cöte de l’Allemagne jetzt verschlossen ist, und ein 
„ Krieg gegen Preußen ist auch beim Bauer und dummeren Arbeiter 
populär; da ist nicht zu sagen, wie bald es zum Klappen kommt. 
Wehner, der eben von Hannover zurückkommt, erzählt mir, die 
preußischen Offiziere haben sich dort schon ebenfalls gründlich 
verhaßt gemacht, desgleichen die Bureaukraten und Polizisten. 
„Ich werde dies Jahr auch wohl nicht lange in Deutschland 
bleiben. Im Norden der Duft der Sieger, im Süden das Gebrüll 
der für den Kurfürsten von Hessen begeischterten Republikaner, 
wo soll man da hin? Ich werde suchen auf Umwegen in den Harz 
zu kommen, da gibt es glücklicher Weise keine Garnisonen. 
Die Kölnische Zeitung zetert jetzt mit geiferndem Maul für 
Ausschluß von Süddeutschland. Es ist dies die von Bismarck aus- 
geteilte Parole, um dem Bonaparte seinen Rückzug zu erleichtern, 
and die Kölnische poltert mit einem so wahnsinnigen Eifer in die- 
ser Richtung, daß man den ganzen Kram sofort durchschaut. Ge- 
„ meiner wie dies Blatt hat sich noch keins benommen. Aus der 
heftigsten Friedensschreierei sprang sie um, als sie sah, daß Bis- 
marck sich nicht irre machen ließ mit der Phrase: Östreich will 
den Krieg! Jetzt draufgehaun! und ist seitdem zwar nicht dem 
Geschick, aber dem guten Willen nach Bismarcks beste Freundin 
„ gewesen. Es ist ein Hundeblatt. 
Marx-Fngels-Gesamtausgabe. IM. Abt.. Bd. 3 
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