Bestimmung des Brechungsindex (Eefraktometergrades).
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und gibt dem Spiegel eine solche Stellung, daß die Grenzlinie zwischen dem hellen und
dunklen Teile des Gesichtsfeldes deutlich zu sehen ist, wobei nötigenfalls der ganze Apparat
etwas verschoben oder gedreht werden muß. Ferner stellt man den oberen ausziehbaren
Teil des Fernrohrs so ein, daß man die Skala scharf sieht.
Nach dem Aufbringen des geschmolzenen (Butter-) Fettes auf die Prismenfläche
wartet man etwa 3 Minuten und liest dann in dem Fernrohr ab, an welchem Teilstriche
der Skala die Grenzlinie zwischen dem hellen und dunklen Teile des Gesichtsfeldes liegt;
liegt sie zwischen zwei Teilstrichen, so werden die Bruchteile durch Abschätzen ermittelt. x )
Sofort hinterher liest man das Thermometer ab.
1. Bei Verwendung des gewöhnlichen Thermometers sind die abgelesenen Refrakto-
uieterzahlen in der Weise auf die Normaltemperatur von 40° umzurechnen, daß für jeden
Temperaturgrad, den das Thermometer über 40° zeigt, 0,65 Teilstriche zu der abgelesenen
Refraktometerzahl zuzuzählen sind, während für jeden Temperaturgrad, den das Thermometer
unter 40° zeigt, 0,66 Teilstriche von der abgelesenen Refraktometerzahl abzuziehen sind,
2. Bei Verwendung des Thermometers mit besondererEinteilung zieht man die
a n dem Thermometer abgelesenen Grade von der in dem Fernrohr abgelesenen Refrakto
meterzahl ab und gibt den Unterschied mit dem zugehörigen Vorzeichen an. Wurde z. B.
lm Fernrohre die Eefraktometerzahl 44,5, am Thermometer aber 46,7° abgelesen, so ist
die Refraktometerdifferenz des Fettes 44,5 — 46,7 = — 2,2. 2 )
Die Refraktometerprobe kann nur als Vorprüfung herangezogen werden; sie hat für
sich allein keinen ausschlaggebenden Wert.
c) Reinigung des Refraktometers. Nach jedem Versuche müssen die Ober
flächen der Prismen und deren Metallfassungen sorgfältig von dem Fette gereinigt werden.
Ries geschieht durch Äbreiben mit weicher Leinwand oder weichem Piltrierpapier, wenn
nötig, unter Benutzung von etwas Äther.
d) Prüfung der Refraktometerskala auf richtige Einstellung. Vor dem
erstmaligen Gebrauch und späterhin von. Zeit zu Zeit ist das Refraktometer daraufhin zu
prüfen, ob nicht eine Verschiebung der Skala stattgefunden hat. Hierzu bedient man sich
der dom Apparate beigegebenen Normalfiüssigkeit. 3 ) Man schraubt das zu dem Refrakto
meter gehörige gewöhnliche Thermometer auf, läßt Wasser von Zimmertemperatur durch
das Prismengehäuse fließen (man heizt also in diesem Falle die Heizvorrichtung nicht an),
bestimmt iu der vorher beschriebenen Weise die Refraktometerzahl der Normalflüssigkeit und
lest gleichzeitig den Stand des Thermometers ab. Wenn die Skala richtig eingestellt ist, muß
( ie Normalflüssigkeit bei verschiedenen Temperaturen folgende Refraktometerzahlen zeigen:
Bei einer
Bei einer
Bei einer
Temperatur
Skalenteile
Temperatur
Skalenteile
Temperatur
Skalenteile
von
von
von
25°
71,2
19°
74,9
13°
78,6
24°
71,8
18°
75,5
12°
79,2
2<«
72,4
17°
76,1
ii°
79,8
22°
73.0
16°
76,7
10«
80,4
21«
73,6
15 0
77,3
9«
81,0
20«
74,3
140
77,9
8°
81,6
U Vergl. Anmerkung 1 S. 521.
2 ) Da die Refraktometerzahlen der Butter aus verschiedenen Jahreszeiten gewisse
mehr oder minder gleichbleibende Verschiedenheiten zeigen, hat E. Baier (Zeitsohr. f.
Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1902, 5, 1145) ein neues Spezialthermo
meter von der Firma Carl Zeiß in Jena herstellen lassen, welches für „Winterbutter“
(November bis Mai) und „Sommerbutter“ (Juni bis Oktober) verschiedene Einteilungen
besitzt. Vergl. unten S. 561.
3 ) Dieselbe ist von der Firma Carl Zeiß in Jena zu beziehen.