Full text: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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kaufsgesellschaften — nationale Eigenproduktion — sind mit innerer 
Notwendigkeit aufeinander folgende Schritte in dem Bestreben der 
Konsumenten, ,ihre Geschäfte in die eigenen Hände zu nehmen" und 
dadurch in das Chaos der privatwirtschaftlichen Produktion und Dis 
tribution ordnend einzugreifen.""*) Die erste dieser Zentralen entstand 
im Jahre 1863-) als Co-operative Wholesale Society in Man 
chester. Im Jahre 1868 wurde die Scottish Co-operative Who 
lesale Society in Glasgow gegründet. Ueber ein Jahrzehnt hin 
durch blieben diese beiden Großeinkaufsgesellschaften die einzigen. Das 
Konsumgenossenschaftswesen auf dem europäischen Kontinent war im 
allgemeinen noch nicht genügend entwickelt, als daß solche Institutionen 
mit Erfolg hätten ins Leben gerufen werden können. Allerdings 
traten schon in den 60er und 70er Jahren in Dänemark, Deutsch 
lands und der Schweiz Bestrebungen hervor, die auf die Bildung von 
Großeinkaufsverbänden gerichtet waren; sie führten zunächst nicht 
zum Ziel. 
Es gelang dann erst wieder in Dänemark, eine Einkaufszentrale 
im Jahre 1884 zu schaffen, die sich mit einer vier Jahre später ge 
gründeten Zentrale zu den „Fallesforeningen for Danmarks Brugs- 
foreningers“ im Jahre 1896 verschmolz. 
Das nächste Land, das eine Großeinkaufsgesellschaft mit blei 
bendem Erfolg entstehen sah, war die Schweiz, und zwar waren es 
hier eigentümlicherweise einige kleine landwirtschaftliche Konsumge 
nossenschaften in den Kantonen Zürich und Aargau, die in dieser 
Richtung vorangingen. 1886 wurde der Verband ostschweizerischer 
landwirtschaftlicher Genossenschaften in Winterthur konstituiert, der 
von Anfang an den gemeinsamen Einkauf für die ihnl angeschlossenen 
Genossenschaften zu seiner Hauptaufgabe machte. 
Im Jahre 1889 erfolgte die Gründung des Feäerlandsche Co- 
operatieven Bond, Handelskamer, in Rotterdam. 
Im Jahre 1892 beschloß der Verband schweizerischer Konsum- 
Vereine, Basel, sich durch Angliederung einer „Zentralstelle"" zu einer 
Großeinkaufsgesellschaft zu erweitern. Vor einigen Jahren ent 
stand außerdem noch die „Eoueordia" in Zürich. 
0 Kaufmann, Geschichte des konsumgenossenschaftlichen Großeinkaufs 
in Deutschland. Hamburg 1904 S. 13. 
2 ) Der geschichtliche Ueberblick, der jetzt folgt, beruht in der Hauptsache 
auf den Angaben im „Jahrbuch der internationalen Genossenschaftsbewegung" 
II. Jahrgang, herausgegeben von Or. Hans Müller, London 1913, S. 141 ff. 
Zum Teil sind die Angaben wörtlich wiedergegeben. 
3 ) Siehe Seite 46 sf.
	        
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