Full text : Währung und Handel

802

mittel  eben  derart  bescbalfen  sind,  dass  sie  vom  Auslande  bei-(restent
  werden  können;  und  ebenso  kann  in  diesem  Falle  der
Geldbedarf  rasch  sinken,  ohne  eine  lästige  Wetliora  mit  allen
ihren  scliädliclien  Conse(pienzen  zu  erzeugen,  da  dann  der
ITelierscbuss  der  Circiilationsmittel  in’s  Ausland  abstronit.
Bestellt  hingegen  die  Geldcirciilation  zu  einem  grossen  Tlieile
aus  Banknoten,  so  werden  im  Falle  lebhaften  Bedarfes  die
Bankkassen  unmässig  nach  Noten  bestürmt,  und  wenn  ^  der
Bedarf  wieder  sinkt,  wird  durch  die  zurückströmenden  Noten
(1er  Metallschatz  ebenso  heftig  angegriffen  werden.  Umfangreiche ­
  Schwankungen  im  Baarschatze  und  im  Notenumläufe
der  Bank  sind  unter  so  bewandten  Verhältnissen  unvermeidlich. ­
  Und  je  grösser  derartige  Schwankungen  sind,  desto
mehr  ist  die  '  Stellung  des  Kmissionsinstitutes  gefährdet,
desto  minder  ist  dieses  in  der  Lage,  das  jeweilige  Circulations,
bedürfniss  vorher  zu  berechnen,  desto  häufiger  ^  werden
seine  Irrthümer  in  dieser  Beziehung,  desto  intensiver  die
Folgen  derselben  sein.  Die  Bank  wird  das  eine  Mal  dem
Verkehre  ganz  unnöthigerweise  die  Circulationsmittel,  deren  er
wirklich  bedarf,  vorenthalten  und  dadurch  ein  auf  gesunder
Basis  sich  entwickelndes  Geschäft  hemmen,  ein  anderes  Mal
die  Verkehrsbedürfnisse  überschätzen  und  dann  durch  das  allzu ­
  heftige  und  unerwartete  Zurückströmen  der  Noten  zu
llestrictionen  genöthigt  werden,  die  eine  Krisis  im  Gefolge
haben  können.  Auch  gegenwäi-fig  schon  waren  derartige  Irrungen
*  häutig  nicht  zu  vermeiden  ,  aber  ihre  Conseiiuenzen  wurden
(lure'll  die  Suspension  der  Baarzahlung  abgeschwächt.  Die  Bank
war  niemals  in  Gefahr  insolvent  zu  werden,  weil  sie  es  eben  von
Anfang  an  war.  Für  ihre  Manipulationen  waren  in  erstei
Tiinie  nicht  die  schwer  zu  übersehenden  Marktconstellationen,
sondern  die  Paragraphe  des  Bankstatuts  massgebend,  und
wenn  demzufolge  diese  Manipulationen  mit  den  realen  Verhältnissen ­
  in  Widerspruch  traten,  so  war  die  Folge  davon
nicht  ein  Sturm  auf  ihre  Cassen,  nicht  das  Zu-  und  Abströmen
der  edlen  Metalle,  sondern  eine  Krhöhung  oder  Verringerung
des  inneren  Werthes  der  Geldzeichen.  Dass  eine  solche  Wertb-Veränderung
  auf  die  Dauer  weitaus  verderblicher  wird,  aD
selbst  die  intensivste  Edelmetallströmung,  ist  allerdings  richtig,
aber  im  Momente  empfindet  der  Verkehr  dieselbe  nur  m
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.