Geld und Waare.
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fenbar noch keineswegs immer die gleiche zu sein auf
beiden Seiten, damit überhaupt ein Umsatz zu Stande
komme oder beide Contrahenten zufriedengestellt erschei
nen. Wenn nur jedem der beiden Theile ein hinrei
chender, d. h. seinen individuellen Ansprüchen genü
gender, Nutzen oder Vortheil aus dem Umsätze erwächst,
dann wird es ihm verhältnissmässig gleichgültig sein,
wie viel der Andere bei dem Umsatz profitirt, abgese
hen davon, dass sich die beiderseitigen Werlhditferenzen
überhaupt gar nicht mit einander vergleichen lassen,
da sie ja nur in dem resp. Bewusstsein oder der sub
jektiven Empfindung jedes Einzelnen existiren.
Oder meint man mit jener Behauptung etwa, dass
für dritte, bei dem betreffenden Umsatzakt gar nicht
betheiligte, Personen, d. h. für Personen, die dem be
treffenden Umsatzakte gegenüber gewissermassen nur
eine Zuschauerrolle spielen, der Werth der gegenein
ander umgesetzten Quantitäten der gleiche sei?
donc toujours rigoureusement vrai que chacun donne valeur égale pour
recevoir valeur égale**. ■— Turgot vergisst indess dabei, dass die
beiden Contrahenten ja keineswegs immer die gleichen Ansprüche zu
machen brauchen, und dass, wie wir dies schon oben im Text bemerken,
ein Gleichgewicht der Interessen auch schon dann vorhanden ist,
wenn für jeden der beiden Theile die Werthdiflferenz nur überhaupt so
gross ist, dass er sich mit dem daraus für ihn erwachsenden Nutzen
oder Vortheil begnügt, gleichviel wie gross sie für den Andern ist.