Full text: Theoretische Sozialökonomie

8 16. Prinzip der Knappheit. 9 
menten nach jedem einzelnen Gute bestimmt. Bezeichnen wir die Ge- 
samtnachfrage nach den n Gütern in der betrachteten Periode mit 
N,, N... N,, können wir folglich diese Größen als Funktionen von 
den n Preisen darstellen, also 
(I) N, =F,(pı.-.P)) 
N, = F,(pı--.. Pi) 
N, = Fa (Di . ‚'pPr) 
setzen, ‘wo p;i...Dp. die Preise der n Güter sind. 
Nun muß bei Gleichgewicht der Tauschwirtschaft die Nachfrage 
jedes einzelnen Gutes mit dem Angebot desselben übereinstimmen, da 
die Preisbildung nach dem Prinzip der Knappheit eben die Aufgabe 
hat, die Nachfrage so weit zu beschränken, daß sie mit den zur Ver- 
fügung stehenden Gütermengen befriedigt werden kann. Folglich ist: 
N = AyuN2 zZ Ars Nu. A, 
und somit nach (1) 
(2) Fi(pı-..Pa)= A; 
FPı-..Pa)= A, 
F„(Pı na Pa) #7? Ag- 
Um das Preisbildungsproblem für den hier betrachteten einfachen 
Fall zu lösen, brauchen wir also nur die n Preise als die Unbekannten 
des Problems zu betrachten und dieselben nach der gewöhnlichen mathe- 
matischen Methode vorläufig als gegeben anzunehmen. Dann sind wir 
in der Lage, die Nachfrage nach den n Gütern in diesen Preisen dem 
Gleichungssystem (1) gemäß auszudrücken, wonach das Gleichungs- 
system (2) als Konsequenz des Prinzips der Knappheit folgt. Dieses 
System enthält zur Bestimmung der n unbekannten Preise n Gilei- 
chungen, was ja im allgemeinen genügt, um die n Unbekannten zu 
bestimmen. Im jetzt behandelten Falle, wo die Geldausgaben der 
Konsumenten als gegeben vorausgesetzt werden, sind die Preise offen- 
bar auch in ihrer absoluten Höhe bestimmt. Sobald aber die Preise 
bekannt sind, kann man die Nachfrage jedes einzelnen Konsumenten, 
sowie auch die Gesamtnachfrage nach jedem einzelnen Gute berechnen. _ 
Da die Nachfrage bei den so berechneten Preisen auch befriedigt wird, 
ist also das ganze Problem der Verteilung der den Konsumenten zur 
Verfügung stehenden Güter gelöst. 
Daß das Problem der Preisbildung nicht isoliert für jedes Gut für 
sich behandelt werden kann, beruht, wie man sieht, darauf, daß die 
Nachfrage nach einem Gute nicht nur vom Preise dieses Gutes, sondern 
im allgemeinen von den Preisen sämtlicher Güter abhängt. Dieser Um- 
stand ist es, der die Darstellung des Preisbildungsprozesses durch ein 
System simultaner Gleichungen, wie unser System (2), notwendig macht. 
11“
	        
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