Full text: Theoretische Sozialökonomie

$ 16. Prinzip der Knappheit. .J 
des zu behandelnden Problems, z. B. einen Tag, eine Woche oder ein 
Jahr repräsentieren. 
Mit Hilfe dieser Produktionsmittel werden nun fertige Güter von 
n verschiedenen Arten hergestellt. Um die Einheitsmenge des Gutes 1 
herzustellen, mögen die Mengen d,1...d der Produktionsmittel er- 
forderlich sein, für die Einheitsmenge des Gutes 2 seien die Mengen 
Ası... Ag derselben Produktionsmittel erforderlich usw.; endlich für 
die Einheitsmenge des Gutes n die Menge A,ı...Apr- Diese Größen 
können wir als „technische Koeffizienten‘‘ bezeichnen. Sie stellen 
die technischen Bedingungen der Produktion dar. Da wir hier diese 
Bedingungen als fest angenommen haben, sind die technischen Ko- 
effizienten als gegebene Größen des Problems zu betrachten. Selbst- 
verständlich können mehrere a gleich Null sein, da nicht alle Pro- 
duktionsmittel zur Produktion eines jeden Gutes nötig sind. 
Über die Bedeutung dieser technischen Koeffizienten sei noch 
folgendes bemerkt: Die Herstellung einer Einheitsmenge eines fertigen 
Gutes erfordert im allgemeinen die Verwendung von Produktions- 
mitteln von einer ganzen Reihe verschiedener Einheitsperioden. Erst 
in der letzten von diesen wird die Produktion abgeschlossen und also 
das fertige Gut zur Verfügung der Konsumtion gestellt. Unsere a be- 
zeichnen zunächst die Gesamtmengen der Produktionsmittel jeder be- 
sonderen Art, welche in dieser Weise zur Fertigstellung der Einheits- 
menge eines fertigen Gutes in Anspruch genommen werden. Sie sind 
als solche Summen von Produktionsmittelmengen von verschiedenen 
Einheitsperioden. In der stationären Wirtschaft wird aber die Pro- 
duktion in unverändertem Umfang fortgesetzt. Die Fertigstellung eines 
Gutes bestimmter Art wird also in jeder Einheitsperiode wiederholt, 
Damit aus diesem fortdauernden Produktionsprozeß in jeder Einheits- 
periode die Einheitsmenge des Gutes hervorgehen soll, muß in jeder 
solchen Periode eine bestimmte: Menge von Produktionsmitteln zur 
Verfügung stehen. Die Ansprüche, welche die stetig wiederholte Pro- 
duktion des fertigen Gutes atf*die Produktionsmittel einer bestimmten 
Einheitsperiode stellt, summieren sich und bestimmen diese Menge. Sie 
ist deshalb offenbar dieselbe, wie die Menge der Produktionsmittel von 
verschiedenen Einheitsperioden, welche zur Herstellung einer be- 
stimmten Einheitsmenge des Gutes erforderlich ist. Unsere a be- 
zeichnen also gleichzeitig sowohl die in der ersten wie die in der zweiten 
Weise definierten Produktionsmittelmengen. 
Nach dem Prinzip der Knappheit soll nun die nötige Begrenzung 
der Nachfrage durch eine einheitliche Preisbildung erfolgen, d. h. es 
soll für jedes einzelne Produktionsmittel sowohl wie für jedes fertige 
Gut nur ein Preis bestehen. Die Preise der verschiedenen Produktions- 
mittel wählen wir jetzt als die Unbekannten des Preisbildungsproblems. 
Denken wir uns diese Unbekannten für den Augenblick als gegeben und 
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