Full text : Theoretische Sozialökonomie

$ 5. Die stationäre Wirtschaft. ;
uns die Bedingungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts, sofern dieses
von der Produktion abhängt, zeigen und uns instand setzen, einige für
jede Wirtschaft grundlegende Erscheinungen mit größtmöglicher Klarheit
 begriffsmäßig festzustellen.«ggas Studium des zweiten Falles wird
die Bedingung des quantitativen wirtschaftlichen Fortschritts unter den
einfachsten Voraussetzungen klarmachen und.damit die genaue Charakterisierung
 einiger Erscheinungen, die speziell mit dem wirtschaftlichen
 Fortschritt verbunden sind, ermöglichen.
$5:" Dieistationäre Wirtschaft.
Wir wollen also zunächst die stark vereinfachende Voraussetzung
machen, daß der gesellschaftliche Produktionsprozeß im Laufe der
Zeit vollständig unverändert bleibt. Wir wollen uns dabei auch vorstellen,
 daß die Zahl der Menschen in der betreffenden Wirtschaft
und deren individuelle Bedürfnisse, somit also auch die gesamten Bedürfnisse
 der Wirtschaft konstant bleiben. Wir haben dann eine stationäre
 Wirtschaft. Die Bedürfnisbefriedigung vollzieht sich hier vollständig
 unverändert nach Form und Umfang, alle wirtschaftlichen
Phänomene verbleiben somit konstant. Es liegt auf der Hand, daß
diese Wirtschaft die beste Gelegenheit gibt, die allgemeinsten und
grundlegenden wirtschaftlichen Erscheinungen zu studieren.
Im statischen Produktionsprozeß befindet sich zu einer gegebenen
Zeit eine bestimmte Menge von dauerhaften materiellen Gütern, die
bei der Produktion mitwirken, und von Materialien und Verbrauchsgütern
 auf verschiedenen Stadien ihrer Verarbeitung, und diese Menge
ist unveränderlich, behält zu allen Zeiten eine und dieselbe Zusammensetzung.
 Das Vorhandensein dieser Gütermenge ist eine notwendige
Bedingung dafür, daß die Produktion in derselben unveränderlichen
Weise fortgesetzt werden kann. Es ist also für die stationäre Wirtschaft
 eine notwendige Aufgabe, diese Gütermenge stets unverändert
zu erhalten. Die Produktion in der stationären Wirtschaft ist folglich
ein Prozeß, der erstens die Gesamtmasse der in demselben befindlichen
materiellen Güter erhält, zweitens auch unaufhörlich fertige materielle
Güter und Dienste der Bedürfnisbefriedigung der Menschen zur Verfügung
 stellt. f
Wir haben jetzt zu untersuchen, wie diese Aufgaben des Produktionsprozesses
 gelöst werden. Mit Bezug auf die erste Aufgabe ist es
natürlich von Bedeutung, unsere Unterscheidung der materiellen Güter
in dauerhafte Güter und Verbrauchsgüter zu beobachten. Zunächst gilt
es also zu untersuchen, wie die Menge der dauerhaften Güter, die sich
im Produktionsprozeß befinden, unverändert erhalten wird. Dabei
können wir von vornherein den Grund und Boden ausschließen, da wir
von ihm annehmen dürfen, daß er in seinen wirtschaftlich wichtigen

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