Full text: Theoretische Sozialökonomie

$ 48. Die Deckung der Bankzahlungsmittel. if 
dreimal so lang sein, was offenbar-den Einfluß der Banken auf dem 
Markt sehr abschwächen würde. Die Banken müssen ihre Versorgung 
des Verkehrs mit Zahlungsmitteln jeden Augenblick in ihrer Hand 
haben und müssen deshalb hinreichende Gelegenheit haben, durch 
Beschränkung ihrer Vorschüsse auf die Zahlungsmittelversorgung der 
Gesellschaft möglichst kräftig einzuwirken. Dies kann nur durch eine 
Verschärfung der Bedingungen, unter welchen neue Vorschüsse ge- 
währt werden, geschehen. Solche Verschärfungen haben aber auf die 
Zahlungsmittelversorgung eine hinreichend kräftige Wirkung nur, wenn 
ein verhältnismäßig großer Teil der ausstehenden Vorschüsse täglich zur 
Zahlung verfällt und außerdem die Summe der Vorschüsse groß ist im 
Verhältnis zur Summe der Bankzahlungsmittel, also mit einem Worte, 
wenn die Rückströmungsgeschwindigkeit der Bankzahlungsmittel 
groß ist, 
8 46, Die Deckung der Bankzahlungsmittel. 
Die Vorschüsse, durch welche 'Bankzahlungsmittel in Umlauf ge- 
setzt werden, werden natürlich im allgemeinen nur gegen Sicherheiten 
ausgegeben, Diese Sicherheiten bilden die Deckung der Bankzahlungs- 
mittel. Da die Aufrechterhaltung der nötigen Liquidität der Bank- 
forderungen es nötig macht, Vorschüsse nur auf kurze Zeit zu bewilligen, 
so können offenbar nur vorübergehende Kapitalbedürfnisse durch die 
Vorschüsse der Banken befriedigt werden, wogegen der ganze Bedarf 
an dauernder Kapitaldisposition ausgeschlossen werden muß. Im eigent- 
lichen Bankgeschäft wünscht man auch gewöhnlich nicht die Mittel der 
Banken auf längere Zeit als drei Monate festzulegen. Diese Begrenzung 
der Art des Kapitalbedarfs, der durch Ausgabe von Bankzahlungs- 
mitteln befriedigt werden darf, bedeutet natürlich auch schon eine ge- 
wisse Beschränkung der Zahlungsmittelversorgung der Gesellschaft. 
Die Sicherheiten, die unter solchen Verhältnissen zur Deckung der 
Bankzahlungsmittel in Frage kommen, sind hauptsächlich Wechsel und 
Lombardforderungen, 
Der Handelswechsel ist in seinen verschiedenen Formen, 
wirtschaftlich betrachtet, ein Versprechen des Käufers einer Ware nach 
einer gewissen Zeit eine gewisse Geldsumme, den Preis der Ware, zu 
bezahlen. 
Durch den Wechsel wird die Ware ohne Zweifel vorläufig bezahlt. 
Momentan dient also der Wechsel als Zahlungsmittel, die Möglichkeit 
mit Wechseln zu zahlen steigert für den Augenblick die Kaufkraft des 
Warenkäufers, Ein Zahlungsversprechen ist aber an sich kein wirk- 
licher Ersatz eines Zahlungsmittels, Behält der Verkäufer den Wechsel 
bis zur Verfallzeit, und wird der Wechsel dann eingelöst, so wird die 
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