Ergebnisse.
Unsere Darstellung hat ein typisches Bild moderner Industrieentwicklung
ergeben. Anfangs nur Nebenbetrieb der Rauchtabakfabriken,
ist die Zigarettenfabrikation in Deutschland bald zur
alleinigen Unterlage kapitalkräftiger Großbetriebe geworden. Um
bi lig produzieren zu können, mußten sich diese sogleich der Massenproduktion
zuwenden. Da aber für eine solche damals in Deutschland
wegen des noch ganz geringen einheimischen Zigarettenkonsums
die Absatzmöglichkeit fehlte, mußten sie versuchen, auch das
Ausland mit in ihr Absatzgebiet einzubeziehen. Da die deutsche
Industrie jedoch den Ländern gegenüber, nach denen sie ihre Fabrikate
exportierte, keinerlei Produktionsvorteile hatte, so war der Verlust
des ausländischen Marktes von vornherein nur ein Frage der
Zeit. Er mußte eintreten, sobald in jenen Ländern eine eigene
leistungsfähige Zigarettenindustrie entstand. Somit kam alles darauf
an, den einheimischen Bedarf zu erweitern und auszubreiten. Dies
ist in der Tat durch eine unermüdliche, vor keinen Kosten zurückscheuende
Propaganda der Zigaretten-Großfabrikanten gelungen. Dabei
kamen ihnen gewisse der Zigarette gegenüber anderen Formen
des Tabakgenusses anhaftende Vorzüge fördernd entgegen, vor allem
der geringe Stückpreis des Fabrikats. Der steigende Absatz wirkte
wieder auf das Fabrikationsverfahren im Sinne einer fortgesetzten
Verminderung der Massenproduktionskosten ein. Diese Umstände
haben der Zigarettenindustrie, namentlich seit der Einführung der
Zigarettenmaschinen, in kürzester Zeit zu einem Aufschwung verholfen,
wie ihn in gleicher Weise nur ganz wenige Industrien erlebt
haben.
Dieser Aufschwung hat auch durch die Sonderbesteuerung der
Zigaretten im Jahre 1906 nicht wesentlich beeinträchtigt werden
können. Doch hat die Steuerbelastung, die infolge zu großer
Konkurrenz nur zum geringen Teil abzuwälzen war, zwecks Erzielung
von Lohnersparnissen zu einer immer rascher vorwärts
schreitenden Mechanisierung des Produktionsprozesses und zur Ver-8*