Ad Kapitel XI. Der Geldwert.
‚Gegen diesen vielbesprochenen Plan erheben sich gewissermaßen
dieselben prinzipiellen Bedenken wie gegen den Bimetallismus. Das
Binden der Währung an das Metall Gold hat einen Zweck, solange es
dadurch gelingt, das allgemeine Preisniveau wenigstens in der Hauptsache
unverändert zu bewahren, oder solange man auf eine bessere
Regulierung des allgemeinen Preisniveaus verzichtet. Hat man aber
einmal die Unzulänglichkeit dieser Methode zur Regulierung des allgemeinen
Preisniveaus erkannt und sich das Ziel gesetzt, ein durch
eine bestimmte Indexziffer definiertes Preisniveau, also den Gesamtpreis
einer gewissen Warenmenge, soweit möglich, konstant zu halten,
so heißt es doch wieder ein fremdes Element in das Problem hineintragen,
wenn man dazu noch den Versuch unternimmt, den Preis des
Goldes von Zeit zu Zeit in der so geregelten Währung festzustellen.
Dieser Versuch hat auch unverkennbar die Fishersche Reformwährung
in große Schwierigkeiten verwickelt. Das Festhalten an dem Streben,
den Goldpreis zu regulieren, hat offenbar seinen Grund in einer fehlerhaften
Auffassung des Wesens der Goldwährung. Das Festlegen des
Goldpreises in einer Goldwährung ist, wie wir gefunden haben, an sich
kein direktes Mittel zur Reguli@&tung des Preisniveaus, sondern nur ein
Mittel, das durch Beeinflussung der Zinspolitik der Banken indirekt
die sekulären Variationen des Preisniveaus beherrscht. Es wäre wahrscheinlich
auch möglich, eine Währung zu schaffen, in welcher der
Goldpreis, statt wie bei der Goldwährung konstant zu sein, bestimmte
sekuläre Veränderungen zeigte. Wenn diese Veränderungen nur passend
gewählt würden, könnte dann wohl auch ein stabileres Preisniveau
erreicht werden. Dieser Weg scheint aber ein ganz unnötiger Umweg
zu sein. Für kürzere Perioden bedeutet die Festlegung des Goldpreises
in einer Goldwährung, wie wir wissen, keine Stabilisierung des Preisniveaus.
Im Gegenteil ist dieses Festlegen selbst nur durch eine besondere
Beeinflussung des Goldmarkts möglich. Die periodischen
Abänderungen des Goldpreises, die Fisher vorschlägt, würden schon
aus diesem Grunde selbstverständlich in kurzen Perioden keine größere
Wirkung auf das Preisniveau ausüben können, wohl aber erheblich
größere Schwierigkeiten bereiten als das Festhalten an einem unVveränderten
Goldpreis.
Dazu kommt, daß eine offizielle Veränderung des Goldpreises in
einer Goldwährung eine proportionale Veränderung des allgemeinen
Preisniveaus jedenfalls nur dann bewirken könnte, wenn die Zahlungsmittelversorgung
entsprechend verändert würde. Für sekuläre Perioden
kann dies vielleicht vorausgesetzt werden, wenn der Metallgehalt
sämtlicher Goldmünzen ebenso wie die hinter den papiernen Zahlungsmitteln
liegende Quantität Barrengold der Veränderung des Goldpreises
entsprechend verändert wird, keineswegs aber, wenn man die
Masse der schon geprägten Münzen unverändert läßt. Wenn geprägte
AB