Full text : Theoretische Sozialökonomie

40) Kap. XV. Einfluß der Konjunkturen auf die Arbeit.
dem Mehr oder Weniger der während des Rechnungsjahres tatsächlich
über oder unter der Zahl der regelmäßig in einem Betriebe beschäftigten
versicherten Betriebsbeamten und Arbeiter ein genaues Mittel auszurechnen,
 sondern es ist diejenige Zahl von Personen anzugeben, welche
der Betrieb bei voller oder laufender (normaler) Tätigkeit in dem betreffenden
 Rechnungsjahr in der Regel beschäftigt hat. Eine Spinnerei
z. B., welche bald mehr, bald weniger, in der Regel aber 200 beschäftigte
Versicherte Betriebsbeamte und Arbeiter täglich bei Erzeugung der
für das Rechnungsjahr als laufend anzusehenden Tagesproduktion
nötig gehabt hat, wird... mit 200 Personen in Rücksicht zu ziehen
sein... Auch wird eine lediglich zur Verstärkung des gewöhnlichen
durchschnittlichen Arbeiterstamms für kurze Zeit erfolgende Einstellung
außerordentlichen Hilfspersonals selbst dann außer Betracht zu bleiben
haben, wenn diese Einstellung in. jedem Jahre stattfindet . .. Berufsgenossenschaften,
 welchen die Gesamtzahl der im Rechnungsjahre geleisteten
 Arbeitstage bekannt ist, können die Zahl der durchschnittlich
Versicherten auch so ermitteln, daß sie die Summe aller Arbeitstage
durch die Zahl der Tage teilen, an denen in der Regel in dem betreffenden
Gewerbezweige gearbeitet wird.““
Der so angegebene Charakter der Statistik der bei den gewerblichen
 Berufsgenossenschaften versicherten Personen scheint für die
Aufgabe, die wir uns hier gestellt haben, im ganzen zweckmäßig. Wir
wollen ja wissen, wie die großen Konjunkturbewegungen von Jahr
zu Jahr die Zahl der beschäftigten Arbeiter verändert, nicht aber, wie
diese Zahl zufolge zufälliger Verhältnisse von Tag zu Tag schwankt.
Um eine Vorstellung vom Umfang der in den kapitalproduzierenden
Industrien beschäftigten Arbeitskraft zu bekommen, haben wir die
bei den Berufsgenossenschaften der Eisen- und Stahl-, Steinbruch- und
Ziegelei- und Baugewerksindustrien versicherten Personen zu Summieren.
 Durch Abziehen dieser Summe von der Gesamtzahl der bei
den gewerblichen Berufsgenossenschaften versicherten Personen erhalten
 wir die Zahl der bei den „sonstigen‘‘ Berufsgenossenschaften
versicherten Personen.
Diese Einteilung der Berufsgenossenschaften in „kapitalproduzierende“
 und „sonstige‘“ macht natürlich nicht Anspruch auf irgendeine
Genauigkeit. Die Eisenindustrie z. B. produziert zum Teil Waren, die
nicht zum festen Kapital zu rechnen sind. Andererseits gibt es unter den
„sonstigen Industrien‘ einige, die in größerem oder kleinerem Umfange
festes Kapital oder Materialien dafür produzieren. Unter den bezüglichen
 Berufsgenossenschaften wären die der Knappschaften, der Feinmechanik
 und Elektrotechnik, die der Glasindustrie, der chemischen
Industrie und die der Schmiede zu nennen. Für unseren jetzigen Zweck
genügt es aber, wenn wir die große Hauptmasse der Arbeiter, die in
den kapitalproduzierenden Industrien beschäftigt sind, von den übrigen

„OP
            
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