Kap. XV. Einfluß der Konjunkturen auf die Arbeit.
liche Momente enthält. Erstens ist ein großes Gebiet der Eigenprouktion
der alten Familienwirtschaft dieser Wirtschaft abgenommen und
ur modernen Industrie übergeführt worden. Die Arbeiten, die in dieser
eise von der Landwirtschaft ausgesondert worden sind, sind teils
Arbeiten, die wir gar nicht als landwirtschaftliche betrachten, teil
olche, die sich mehr unmittelbar an die Landwirtschaft anschließen.
ur ersten Gruppe gehören das Spinnen und Weben, die Verfertigun
on Kleidern und Schuhen und noch eine ganze Reihe kleinere hauswirtschaftliche
Tätigkeiten. In der zweiten Gruppe bemerken wir di
utter- und Käseproduktion, das Schlachten, Backen usw. Durch
diese Entwicklung ist die alte hauswirtschaftliche Eigenproduktion
chritt für Schritt auf eine reine Landwirtschaft zurückgeführt und
somit in eine berufsmäßige Produktion verwandelt worden. Gileicheitig
aber, wie die Industrie der alten Hauswirtschaft ihre gewerbliche
Beschäftigung abnahm, hat sie auch der alten Familie ihre nunmehr
überflüssigen Arbeitskräfte geraubt und sie in industrielle Tätigkeiten
übergeführt. Es liegt auf der Hand, daß diese ganze Entwicklung eine
inmalige Veränderung darstellt, die binnen eines gewissen Zeitraums
abgeschlossen werden muß. Die heutige Landwirtschaft ist der Grenze,
o sie überhaupt keine gewerblichen Arbeiter mehr an die Industrie
abzugeben hat, schon ziemlich nahegekommen.
Das zweite Moment in der Umwandlung des Produktionsprozesses
ist die technische Entwicklung der Landwirtschaft. Diese Entwicklun
besteht teils aus einer Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden,
also aus Fortschritten der Agrikulturchemie, der Pflanzen- und Tierzucht
usw., teils aus der Einführung der Maschinentechnik in die Landwirtschaft.
Beide Arten von Fortschritten geben der Industrie Neue
u tun, während wenigstens die zuletztgenannte Art auf eine Verminderung
der für die Landwirtschaft nötigen Arbeitskraft hinwirkt.
Solange noch solche technische Fortschritte stattfinden, kann man sich
in gewissen engeren Grenzen eine Überführung von Arbeitskraft von
der Landwirtschaft an die Industrie denken. Man muß aber dabei
eachten, daß arbeitsparende Fortschritte auch in der Industrie stattinden,
und daß solche nicht auf die Dauer in der Landwirtschaft überwiegen
können. Einmal muß in dieser Hinsicht ein gewisses Gleichewicht
zwischen der Landwirtschaft und der Industrie erreicht werden,
und wenn dann eine Bevölkerungsvermehrung überhaupt noch stattfindet,
muß sie sich im ganzen ziemlich gleichmäßig auf Landwirtschaft
und Industrie verteilen.
Fassen wir zusammen. Die Ursachen, die die Wanderung von der
Landwirtschaft in die Industrie herbeigeführt haben, sind zum wesentichsten
Teile auf eine einmalige Umwälzung unserer ganzen Wirtschaftsorganisation
zurückzuführen. Diese Umwälzung fällt im großen
it den jetzt zurückgelegten 100 Jahren zusammen und ist schon an die
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