Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

gierung in Innsbruck, die inzwischen auch Geld aufgenommen 
hatte, erst nachträglich erfuhr. So beschwerten sich die Fugger 
häufig, dass auf Silber, das ihnen verschrieben war, auch andere 
Ansprüche machten. Im Jahre 1531 sollte Paumgartner die 
ihm für 9000 fl Darlehen zugestandenen 6000 M Silber erhalten, 
und zwar jährlich 2000 M. Nun waren aber bereits den Fuggern, 
Paumgartner und Bimmel zusammen für diese Jahre 19 200 M 
zugesagt. Paumgartner musste sich daher schliesslich dazu 
verstehen, bis 1534 zu warten. Als Entschädigung gab man 
ihm dafür noch 1000 M Silber mehr, also 7000 M 1 ). 
Im Jahre 1529 verschwand eine der Firmen, die bisher 
in Tirol an der Seite der Fugger und Paumgartner gestanden, 
vom Schauplatz. Ambrosius Höchstetter musste damals 
seinen Bankrott erklären 2 ), der wegen der Begleitumstände 
bekanntlich viel Aufsehen erregte. Paumgartner rettete viel 
leicht einen Teil der Guthaben, die er bei den Höchstettern 
hatte, dadurch, dass er alle Rechte und Gerechtigkeiten an 
jenen obenerwähnten 17 000 fl übernahm, um die er zugleich 
mit den Höchstettern auf Taufrer Kupfer verschrieben worden 
war 3 ). An die Stelle der ausscheidenden Firma traten nun in 
Tirol zwei andere mehr hervor, die bisher nur gelegentlich 
erwähnt wurden, die Bimmel und Manlich. 
Auch in Tirol selbst machte sich der bisher getriebene 
riesige Silberhandel immer mehr bemerkbar. Die Zeit von 
1500 bis 1530 ist die Glanzperiode des Tiroler Bergbaues. Nur 
infolge einer fast unerschöpflich scheinenden Ergiebigkeit der 
Silbergruben waren die grossen Anlehen möglich gewesen, von 
l ) Die Tiroler Regierung war den Augsburger Kaufleuten völlig 
ausgeliefert. Sie bemüht sich stets, diese bei gutem Willen zu erhalten 
und wagt nur höchst selten mit ihnen in ernsterem Ton zu reden aus 
Furcht, die Kaufleute möchten sich ihren Bitten um Geld verschliessen. 
! ) Eine ausführliche Schilderung des Höchstetter-Konkurses gibt 
Clemens Sender in seiner Chronik (Chroniken der deutschen Städte Bd. 23 
S. 219 ff.). 
3 ) Geschäft v. Hof (1529) fol. 114. Ursache des Bankrotts waren 
einige Verluste an Waren, besonders aber die Verschwendung, die 
Ambrosi Höchstetters Sohn und sein Schwiegersohn trieben. Der letztere, 
Hans Franz Paumgartner, war Hans Paumgartners Neffe. Von ihm 
erzählt Sender a. a. O. S. 220/221: „Dann sein sun Joachim (Höch 
stetter) und sein tochtermann Frantz Baungartner haben auff ain nacht 
in ainem panget thüren laussen auffgan und verthon 5000 oder 10 000 fl 
und auff ain mall 10000 oder 20000 oder 30000 fl verspillen.“
	        
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