346
TIL Buch. Die Verkeilung der Güter.
Nun tauchen aber zwei Fragen auf; eine historischer Natur: wie es
denn gekommen ist, daß gewisse Leute Herren und andere Arbeiter lüUr ’
und eine ethischen Inhalts: ob derartige Unterschiede unter den MĢ
auch gerechtfertigt sind. -
Auf die erstere Frage läßt sich keine allgemeine Antwort geben, eoe i
wenig wie auf die nahe verwandte: wie es sich erklären läßt, daß (Mß
Völker die politische Herrschaft über andere ausüben. Wir können êrdşş
antworten, daß die vom Glücke Begünstigten, die Geschickten, die Star '
die Listigen, die Scrupel- und Rücksichtslosen, die Grausamen und hinwieder
auch die Selbstbeherrschung Uebenden in der Regel Productionsnrittel »
Lebensmittelvorräthe aufhäufen werden, während dagegen die Schwaches
die Charakterlosen, die Trägen, die Trunksüchtigen und Liederlichen, die ®
losen und Nachgiebigen, die allzu Gutmüthigen und die geistig Unbega
vielfach weder über Genuß- noch über Productionsmittel verfügen, d V
nothgedrungen für andere zu arbeiten sich entschließen müffen. Das '
aber nur ganz allgemeine Behauptungen; damit ist nicht bewiesen, daß 1 ^
oder jener reiche Mann Ehre oder Mißachtung verdient, oder daß ein
stimmter Armer Anspruch auf Bedauern hat oder zu tadeln ist. Man
eben in jedem einzelnen Falle sorgfältig untersuchen, welche Ursachen dem u ^
thum oder der Armut des Betreffenden zu Grunde liegen, und erst dann
Urtheil fällen. t
Mit all den verschiedenen Ursachen des Reichthums und der Arn ^
Bölker im ganzen und der einzelnen Bevölkerungsschichten hat sich
schichte der Volkswirtschaft zu beschäftigen. Hier können wir nur
flüchtigen Blick auf dieselben werfen und allein die folgenden hauptsacy
Gründe der bestehenden Vermögensunterschiede anführen.
Es können die Menschen 1. durch das Schwert reich werden, au-
Ķriege mit Beute beladen zurückkehren oder in einem eroberten Lande,
Bevölkerung sich von nun an dazu verstehen muß, für sie zu arbeiten,
als Herren niederlassen, wie das die Franken in Gallien, die Normali ^
England, die Spanier in Mexico thaten. Ferner wird man 2. fl ^
reich, daß man Menschen zu Sklaven macht, sei es nun infolge von 4 ^
zwischen verschiedenen Staaten, wie z. B. in dem rômisch-macedonisşş^
durch Organisation privater Raubzüge, wie sie die arabischen Sklavei'v^,
im Innern Afrikas unternehmen. Auch werden Kinder gestohlen » n w
zu wuuwtn minuti, V- — - , r
gründet, indem listige Leute die Nothlage und den Leichtsinn manw ^
beuten und sie so ihrer Freiheit berauben. Die Schuldknechtschaft des ^
römischen Rechts liefert ein schlagendes Beispiel dieser Art. Urişşy^
Slaven gemacht; oder es wird die Sklaverei durch Ueberemk
lumijajcu iaeojis utļtu cm —— - ç
der gleichen Stufe der Verwerflichkeit steht der Kulihandel, der gew'ii