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Bevölkerung zugänglich gemacht; sie sind Schuldverschreibungen auf den Inhaber, die auf Abschnitte
über 100 bis 100 000 fr.) lauten. Ihr Zinsfuß ist variabel; die Zinsen werden beim Ankauf sofort in
Abzug gebracht.
Obwohl durch die Ausgabe dieser Schatzwechsel alle im Augenblick zur Verfügung stehenden Mittel
des Geldmarktes staatlichen Zwecken zugute kamen, hatten sie doch den Nachteil, daß bei der Abhängigkeit
der Schatzwechsel von dem jeweiligen Diskontsatze vielfach erheblich höhere Zinsen gezahlt werden
mußten. als dies bei fest verzinslichen Schuldtiteln der Fall gewesen wäre.
4. Zahlungsmittelschuld.
Ebenso wie die schwebende Schuld zeigt auch die Zahlungsmittelschuld in Frankreich und Italien im
Vergleich zu Großbritannien ein ungünstigeres Bild. Als Zahlungsmittelschuld treten neu auf: in Groß-
britannien die Currency Notes, die zum Teil durch Silbermünzen, zum Teil durch Noten der Bank von
England, hauptsächlich aber durch Government Securities?) gedeckt sind; in Frankreich über den vor dem
Kriege bestehenden Vorschuß der Bank von Frankreich von 200 Millionen fr. hinaus neue Vorschüsse der Bank
und zeitweilig Vorschüsse der Bank von Algerien; in Italien neben der Erhöhung des Staatsnotenumlaufs
die Ausgabe von Zahlungsmitteln durch die drei Notenbanken für Rechnung des Staates (im Gegensatz
zu derjenigen per Conto del Commercio). Die diesbezüglichen Maßnahmen wurden in allen drei Staaten
unmittelbar nach Ausbruch des Krieges ergriffen. In Belgien treten erst in der Nachkriegszeit Vorschüsse
der Banque Nationale auf, die für den Umtausch der während des Krieges in Belgien in Umlauf gesetzten
deutschen Zahlungsmittel bestimmt waren.
5. Zusammenfassung und Übersichten.
Überblickt man die gesamte Schuldenentwicklung®) seit dem Kriege, so ist als allen Staaten gemeinsame
Tendenz die Erhöhung ihrer inneren Staatsschuld festzustellen. Die Hauptsteigerung entfällt im allgemeinen
auf die Kriegsjahre; eine Ausnahme macht Belgien, dessen Nachkriegsschuld in vielen Stücken den
Charakter einer Kriegsschuld trägt, sowie Frankreich, dessen innere Schuld sich noch während der
Nachkriegszeit um etwa 125 vH im Verhältnis zum Schuldenstand vom 31. Dezember 1918 erhöht hat.
Allgemein ist die Steigerung speziell bei der Anleiheschuld der einzelnen Staaten eingetreten, wobei
wiederum Frankreich mit mehr als einer Verdoppelung an erster Stelle steht.
Bei den übrigen Schuldenarten zeigt die Entwicklung in den einzelnen Ländern keine gleichartige
Tendenz. Großbritannien hat in der Nachkriegszeit alle bedeutenderen Posten außer der Anleiheschuld
zu vermindern vermocht und vor allem seine schwebende Schuld um etwas über die Hälfte reduziert.
Demgegenüber haben in den übrigen Ländern die einzelnen Schuldenarten mit Ausnahme der italienischen
Zahlungsmittelschuld allgemein eine Steigerung erfahren. Sie ist besonders groß bei der italienischen
und französischen Schatzanweisungsschuld, die sich während der Nachkriegszeit in Frankreich nominell
um über das Achtzigfache, in Italien um über das Vierfache vermehrt hat
Übersicht 1.
Die innere Staatsschuld Großbritanniens. EEE
x am: 31.83.1912 31.3.1919, 31. 3. 1925
Art der Schuld in Millionen £
Innere Schuld ru ir He WW KR Sn a ra Ka 718,4 6 188,2 6 542,4
1. Fundierte Schuld... -.- 0.40.0004 e nr ne 696,7 4 762,4 5 786,6
a) Schuldverschreibungen ............00+0000+ tt 588,6 2 448,8 4044,1
1. Vorkriegsanleihen ..........+.02+1+1+ +++ 588,6 304,0 300,1
2.. Kriegsanleihen .......-....+.0004000 nt . 2 144,8 2 128,4
38. Nachkriegsanleihen ...........+0.+11+0+1+ 1 F — 1615,6
b) Langfristige SchatzanweisungeN.........0..0.00000 25,0 2 246,9 1661,4
c) Sonstige fundierte Schuld er nr 83,1 66,7 81,1
IL. Schwebende Schuld .......:.1+.+.+004+0410 401 HH ns 8,1%) 1 097,1*) 502,3
a) Schatzwechsel.........+;+.0.++0+041++14 Kent ann nr 8,1‘) 642,1%) 335,7
b) Sonstige schwebende Schuld ...........0001440 44 — 455,0 166,6
{I Zahlungsmittelschuld .........++...+.++++++4+44+4 404 13,6%) 328,7*) 253,5
a) Papiergeld: rk nr r ar ER —) 315,1%) 239,9
b) Vorschüsse der Notenbank ee 13.6 13.6 13.8
Quellen: Finance Accounts 1911/12, 1918/19, 1924/25.
1) Die durch Dekret vom 15. August 1915 geschaffenen einjährigen Bons, die auf 5 und 20 fr. lauteten, wurden am 12. März 1922
rk RISt, »Die Deflation«, a. a. O., sind hierunter kurzfristige Schatzwechsel, also Treasury Bills zu verstehen.
») Vgl. Übersicht 11, 8. 229.
4 Die der Deckung von Curreneu Notes dienenden Government Securities sind unter »Schatzwechsel« in Abzug gebracht
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