von Sicherheitsmaßnahmen gegen die Gefahr bei Nachtflügen und gegen Nebelgefahr aufgeführt. Es hat
ferner Richtlinien für den privaten Luftverkehr aufzustellen, Luftverkehrskarten anzufertigen und die
Öffentlichkeit mit Nachrichten zu versorgen, besonders auch über die Erleichterungen und Vergünstigungen,
welcher der privaten Luftschiffahrt von der britischen Regierung gewährt werden.
Zu seinen Aufgaben gehört weiter: die statistische Feststellung der Unfälle, die Ausbildung von Reserve-
offizieren in privaten Luftfahrschulen, die Subventionierung der Luftverkehrsunternehmungen, sowie der
sie beliefernden Industrien und die Zusammenarbeit mit Versicherungsgesellschaften zwecks Organisierung
der Luftverkehrsversicherung.
Die technische Förderung des privaten Luftverkehrs liegt im Arbeitsbereich des Director of Supplies,
der mit dem Director of Civil Aviation eng zusammenarbeitet. Besonderer Wert wird dabei auf die Betriebs-
sicherheit des Luftverkehrswesens gelegt. Es werden Versuchsflugzeuge durch das Luftministerium an-
geschafft und an subventionierte Luftverkehrsgesellschaften zu mäßigen Bedingungen vermietet. Die
staatliche Kontrolle der Flugzeugindustrie, die in der Hauptsache unter dem Gesichtspunkt der Betriebs-
sicherheit der Flugzeuge erfolgt, ist außerordentlich streng.
Das britische Luftverkehrsnetz hatte noch 1924 nur eine regelmäßig befahrene Inlandlinie (Manchester-
London) aufzuweisen. Den Verkehr mit dem Auslande versahen fünf Luftlinien (London-Paris, London-
Brüssel, London-Amsterdam, London-Amsterdam-Berlin und London-Köln). Außerdem gab es Linien,
die nur nach Bedarf verkehrten, wie z. B. die nur im Sommer für den Touristenverkehr betriebene Linie
Lympan- Ostende.
1924 standen 3 Luftverkehrsgesellschaften (Daimler, Instone, Handly-Page) im Genuß staatlicher
Subventionen. Sie waren vom Luftminister sämtlich ermächtigt, die Luftverkehrslinie London-Paris zu
befahren. Die Instone-Gesellschaft betrieb außerdem die Luftlinie London-Brüssel und London-Köln,
und die Daimlergesellschaft die Linie London-Amsterdam-Berlin. Die drei erwähnten Gesellschaften
schlossen sich später zu der Imperial Airways Ltd. zusammen, die mithin in Großbritannien eine ähnliche
Rolle spielt wie die Lufthansa in Deutschland.
Im Etat für 1912/13 erschienen in Großbritannien noch keine Ausgaben für die Förderung der privaten
Luftfahrt. Nach dem Voranschlage für 1925/26 dagegen werden im Rahmen des Sonderetats für das Luft-
ministerium, in welchem außerdem alle Ausgaben für das militärische Flugwesen enthalten sind, folgende
Posten ausgewiesen
1925/26
Original- Vorkriegs-
ziffern kaufkraft
I. Personal- und Verwaltungsausgaben: in 1000 £
Verwaltung und Direktorium für private Luftfahrt.............. 16
Verwaltung und Ausbau von Flugplätzen...................00. ß
Organisation des Luftverkehrsnetzes...................0...1 000
IL Investierungen:
Aufwendungen für die Verbesserung der technischen Ausrüstung
von Flugplätzen (besonders für drahtlose Telegraphie).........
Neuanlage von Flugplätzen und Landungsstätten, Neuaufführung
von Gebäuden sowie Telegraphen- und Telephonanlagen ......
III. Subventionen:
Imperial Alncays Tide KERNE HERREN KH EEE
Staatszuschüsse an private Vereinigungen zur Förderung des Luft-
verkehrs bzw, des Flugsports (Light Aeroplane Clubs) usw.....
IV: SonstigeS er aan Ha 8
Insgesamt.... 385 22
Die Imperial Airways Lid. hat trotz der ihr gewährten Staatssubvention im Rechnungsjahre 1925
mit einem Verlust von 15200 £ abgeschlossen. Infolgedessen hat das britische Schatzamt die für das
Rechnungsjahr 1926/27 vorgesehene Subvention erhöhen müssen. Am 18. Dezember 1925 kam zwischen
der Regierung und der Imperial Airways Lid, ein verbesserter Subventionsvertrag zustande, wonach der
Staat neben der jährlichen Subvention von 93 000 £ einen einmaligen Zuschuß in Höhe von 61 500 £ zahlt.
Die Gesellschaft hat dafür die Verpflichtung übernommen, die Luftlinie London-Bombay auszubauen,
Für den Ausbau des Flugplatzes in Croyden bei London werden im Etat für 1926/27 164 000£ ausgeworfen.
Über die neuere Entwicklung des britischen Flugverkehrs enthält der Jahresbericht des Direktoriums
für Zivilluftfahrt*) im Luftfahrtministerium für die Zeit vom 1. April 1925 bis zum 31. März 1926 ein-
gehende Angaben. Danach wurden im regelmäßigen Flugverkehr 4 461 Flüge ausgeführt, die sich auf rund
6 Millionen km erstreckten. Die Zahl der beförderten Personen, die gegenüber dem Vorjahre etwas zurück-
1) Annual Report on the Progress of Civil Aviation, a. a. 0.
38%