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den Anlagen des Reservefonds verstecken, der Hauptteil befindet sich aber im
Posten „Andere Aktiven^', dessen Schwankungen in erster Reihe mit der De
visenpolitik Zusammenhängen. Man kann aus den Veränderungen dieses Postens
mancherlei ablesen. Um ein einfaches Beispiel zu erwähnen: Wenn z. B. der
Posten „Andere Aktiven'' um 5 Millionen anwächst, der Posten „Goldschatz"
aber um 5 Millionen fällt, dann dürfte dies wohl darauf zurückzuführen sein,
daß die Bank Gold exportierte und dafür Devisen erhielt. Die Bank kann aber
auch Auslandsguthaben erworben haben, über die sie dann mit Hilfe von
Schecks zu disponieren vermag. Die serbische Nationalbank hat zu Beginn
des Balkankrieges erhebliche Bestände an Auslandsguthaben in Paris besessen,
die einen Anleiherest repräsentierten. Während des Krieges konnte die Re
gierung über diese Bestände disponieren.
Unter den Passiven interessieren uns vor allem die Regierungsguthaben.
Sie können aus der Bilanz der österreichisch-ungarischen Bank nicht einmal
annähernd erschlossen werden, da sie sich auf viele Posten verteilen. Unter
den Giroguthaben befinden sich Gelder der Regierungen, aber auch unter den
sonstigen Guthaben und Forderungen. Hierher gehören z. B. solche Gelder,
welche bereits angewiesen, aber noch nicht behoben wurden. Die Regierungen
haben auch verzinsliche Goldguthaben liegen.
Darunter befinden sich auch jene Gelder, welche die österreichisch-unga
rische Bank durch Verkauf von Zollgoldanweisungen einnimmt. Nominell
wird der Zoll immer mit Gold bezahlt. Die Bank gibt aber Zollgoldanwei
sungen, welche die Regierung ebenso wie Gold annimmt, al pari auch gegen
alle Geldsorten (Noten, Silbergulden usw.) ab, die in Österreich-Ungarn gesetz
liche Zahlkraft haben. Der Regierung werden aber nicht diese Zeichengeld
sorten gutgeschrieben, die einlaufen, sondern entsprechende Goldmengen.
Im Kriegsfall kann die Bank auf Grund ihres Statuts der Regierung so
lange Gold und Golddevisen abgeben, bis der Notenumlauf zu 2/5 mit Metall
und zu 3/g mit Wechseln und Lombardforderungen gedeckt erscheint. Soweit
die Bank der Regierung Noten gibt, muß sie immer auch für einen entspre
chenden Metallschatz sorgen. Sie kann aber der Regierung auch dann noch
reiche Mittel ohne Verletzung der Statuten zur Verfügung stellen, wenn der
Metallschatz nicht vergrößert werden kann und die Deckungsgrenze bereits
erreicht ist, wenn sie nämlich das Girokonto entsprechend vergrößert. Die
Regierung zahlt z. B. Noten ein und läßt sich den Betrag gutschreiben. In
diesem Fall ist durch das Bankstatut keine Grenze festgesetzt, weil sich die
Deckungsvorschrift nur auf das Notengeld, nicht aber auf das Girogeld bezieht.
Es sind zwar tatsächlich beide Geldsorten einander prinzipiell gleich und die
Emission von Notengeld und Girogeld hat ungefähr dieselbe Bedeutung, aber
unser Bankstatut macht diesen Unterschied. Wenn auch die juristische
Korrektheit nicht das Entscheidende im Kriegsfall sein
dürfte, so ist es doch meist erwünscht, wenn man im Kriegsfall unter Be
obachtung der gesetzlichen Bestimmungen dennoch die Zeichengeldemission
erhöhen kann, wenn das Notenemissionsrecht bereits erschöpft ist.
3. Anleihen.
Wenn ein Staat Weltgeld mit Hilfe von Anleihen beschaffen will, hat er
zwei Möglichkeiten : er kann die Anleihe im Inlande oder im Auslande auf
nehmen. Die im Auslande aufgenommene Anleihe kann er entweder im In
lande oder im Auslande verausgaben. Daß ein Staat bei Aufnahme einer In
landsanleihe viel Weltgeld in Form von Münzen oder rohem Golde erhalten
dürfte, ist sehr unwahrscheinlich. Die Versuche in Kriegszeiten,
das in der Bevölkerung vorhandene Geld aufzusaugen, sind
meist gescheitert. Es wäre ja denkbar, daß der Staat im Inlande Schatz
scheine emittiert, die nur gegen Gold abgegeben werden, aber erreichen dürfte
er damit wenig.
Anders steht es dagegen mit Ausländsanleihen. Sie liefern Gold, Devisen
und Auslandsguthaben. Das von Ausländsanleihen gelieferte Gold wird heute
in Österreich-Ungarn im allgemeinen nicht dem Verkehr übergeben, sondern
der österreichisch-ungarischen Bank. Die Devisen und Auslandsguthaben fließen