Full text: Ferdinand Lassalle

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mußte es sein. Seitdem hat jener Kampf ununterbrochen 
gewährt. Er wurde geführt nicht durch die rohe physische 
Macht, sondern durch die Macht des Geistes. In jedem 
Lande, unter jeder Nation erheben sich Männer, die 
mit dem Worte kämpften, fielen oder siegten. Der Kampf 
um die edelsten Zwecke, er wird auf die edelste Weise 
geführt. Freilich muß später durch die physische Gewalt 
die Wahrheit unterstützt werden, denn sie wollen es nicht 
anders, die Leute auf den Thronen. Nun, so laß uns 
die Völker nicht aufregen, nein, erleuchten, aufklären." 
Mein Vater schwieg lange, dann sagte er: „Mein 
Sohn, ich verkenne nicht die Wahrheit, die in deiner 
Rede liegt, aber warum willst du gerade zum Märtyrer 
werden? Du, unsere einzige Hoffnung, Stütze. Die 
Freiheit muß errungen werden, aber sie wird's auch 
ohne dich. Bleib bei uns, mach du unser Glück aus, 
wirf dich nicht in jenen Kampf. Selbst wenn du in ihm 
siegst, gehen wir doch unter. Wir lebten nur für dich. 
Vergilt uns. Du allein, du änderst's nicht. Laß Leute 
kämpfen, die nichts zu verlieren haben, an deren Ge 
schick nicht das Herz der Eltern hängt." 
O ja, er hat recht! Warum soll ich gerade zum Mär 
tyrer werden? Doch wenn jeder so spräche, so feig sich 
zurückzöge, wann würde dann ein Kämpfer aufstehen? 
Warum soll ich gerade zum Märtyrer werden? 
Warum? Weil Gott mir die Stimme in die Brust 
gelegt, die mich aufruft zum Kampfe, weil Gott niir 
die Kraft gegeben, ich fühle es, die mich befähigt zum 
Kampfe! Weil ich für einen edlen Zweck kämpfen und 
leiden kann! Weil ich Gott um die Kräfte, die er mir
	        
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