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DEUTSCHI.AND - Hamburg.
Die Einnahmen werden jedoch meistens bedeutend zu niedrig ver
anschlagt. So ergab die Abrechnung von 1862 statt der veranschlagten
10’528,610, wirkl. Einn. 11*330,625, Bedarf 10*280,430 M. C.
Schuld. Stand am 1. Jan. 1862; 59*136,366 M. Beo., neml. :
Rest der alten Schuld, à 5% 23*985,360 Mrk. Banco
Feuercassen-Stadtanlehen v. 1842 à 3'/,% 27*576,000
Staats-Prämienanlehen à 3®q 7*575,000
Der Capitalbetrag der Schuld war 1814 33% Mill. Mark Banco
= 41*875,000 M. Cour., oder, mit Dazurechnung der Zinsrückstände
und der capitalisirten Renten, 48*425,000 M. C. — 1838 dagegen
30*769,000. — Das Nominalcapital der »Feuercassenstaatsanlehen« be
trug ursprünglich 34*400,000 M. Beo., wofür (bei Emission à 93,
98%, 99, 97, 100 und 86%) in Wirklichkeit 32*515,940 M. Bc. er
löst wurden. Die »Staatsprämienanleihe« von 1846, 9*600,000 M. B.,
ward 1848 zu einer Art Zwangsanleihe gemacht. — Die Gesammtschuld
betrug Ende 1847 65*256,087, Ende 1850 67*855,807 M. B.
Geschichtliche Notizen. Die Kosten der franz. Occupation vom
19. Nov. 1806 bis 31. Oct. 1807 betrugen erweislich 44*381, 311 Fres.
Die Beschlagnahme englischer Waaren wurde 1807 durch Zahlung von
16 Mill. Fres, abgewendet. Hamburg litt besonders 1813 unter Davoust.
Der kgl. franz. Commissär Monnai musste einen Schaden von 7 1*964,450
Fres, anerkennen, wobei 1207 zerstörte Häuser mit 35*701,100 Fres,
angesetzt, Vieles aber übergangen war. Davoust hatte aus der Bank
7*506,956 Mrk. genommen, wofür Frankreich im Jahre 1816 % Mill.
Fres. Renten (ein Capital von 10 Mill. Fres, repräsentirend) vergütete.
Der Gesammtschaden Hamburg*s durch die franz. Herrschaft wird zu 89
Mill. Thlr. berechnet. — Der Schaden, welchen der grosse Brand vom
5. bis 8. Mai 1842 verursachte, ist zu 90 Mill. Thlr. veranschlagt. Es
wurden 4219 Gebäude in 75 Strassen eingeäschert.
Militär. Werbung, so weit nöthig Conscription. Dienstzeit 6 Jahre,
vom 21 Altersjahre an. Bestand; 2 Bataillone Linien-Infant., 1686M.,
Jägerabtheilung 120, Pioniere 21, 2 Schwadr. Dragoner 336, zus. 2163.
— Bürgermilitär, etwa 10,000 M., neml. ; 2 Comp. Fussartillerie,
9 Bataill. Infanterie, I Bat. Jäger, 1 Escadr. Cavallerie.
Handel*). Seit 1857 wird nur noch der Betrag der Ein-, nicht
mehr jener der Ausfuhr aufgezeichnet, da, »wie interessant auch han
delsstatistische Tabellen sein mögen, dieselben ein Hinderniss für den
freien Verkehr nieht sein dürfen. « (Bei Vergleichungen ist hierauf ge
bührend Rücksicht zu nehmen.) Die blosse Einfuhr betrug:
Jahr Centner dav. «eewärta **)
1846 18*535,648 10*390,832
1850 24*993 051 14*134,258
1854 29*854,015 15*729,391
1855 31*767,006 18*805,106
1856 36*817,042 22*352,431
1857 36*803,571 20*649,058
Geldwerth
281*665,730 M. Beo.
353*136,070
530*668,030
528*558,190
654*872,080
688*849,300
*) Tabellarische Uebersichten des Hamburgischen Handels im
Jahre 1863, zusammengestellt von dem handelsstatistischen Büreau.
**) Der Rest landwärts, aus Binnen-Deutschland.