fahrt so lästigen Dordrechter Stapelrechts steige, endlich die vielen
Rheinzölle wurden erörtert. Auf dem 1699 nach Köln berufenen
großen Zollkongreß wurden diese Fragen unter Beteiligung
aller Uferstaaten eingehend besprochen. Seitens der
Amsterdamer Kaufmannschaft wurde hier betont, daß aller Kaufhandel,
alle Manufakturen des ganzen Rheins von den Niederlanden
ausgingen und daß nur die hohen Rheinzölle schuld daran
seien, daß jetzt die meisten holländischen Güter den Weg über
Bremen nach Westdeutschland nähmen, so Heringe, Salz, Käse,
Gewürze, Seide; nur eine allgemeine Zollherabsetzung könne helfen
und die niedrigen Frachten von Hamburg und Bremen ausgleichen.
Doch beschränkten sich ihrerseits die Holländer auf die Forderung
der Aufhebung aller Zollverpachtungen; gegen die Herabsetzung
ihrer eigenen Verkehrsabgaben — namentlich Gelderland war im
Besitz der wichtigsten niederländischen Rheinzölle — erhoben sie
Einwendungen. Zu festen Vorschlägen kamen schließlich, trotz
mangelnder Vollmacht, nur die Niederländer, die ja an dem Gegenstand
auch das größte Interesse hatten. Sie versprachen Herabsetzung
der Lizenten; dafür forderten sie aber, daß niemand Zöllner
werden dürfe, der einen Hofdienst bekleidete, wodurch ihr Widerspruch
gegen die im Zollwesen herrschende Korruption Ausdruck
fand. In dem Rezeß wurde nun zwar eine allgemeine Verminderung
der Zölle und die Zollerhebung allein durch Beamte festgesetzt. Der
einzige wirkliche Fortschritt, den man erreichte, bestand in dem
Beschluß, daß bei der Zollentrichtung, wenn nicht in Goldgulden,
so doch nur in Kurantgeld gezahlt werden dürfe, das in der betreffenden
Landesherrschaft vollgültig sei, wozu noch das Agio
nach dem Wechselkurs des Tages zuzuschlagen war. Das war sehr
notwendig; denn, wie Amsterdam klagte, hatte das Agio 1665 nur
2% % betragen, jetzt war es auf 27—30% gestiegen. Zu Zöllen,
die Brandenburg forderte, um zu verhindern, daß von Frankfurt
nach Holland bestimmte Waren den Weg über Hamburg nähmen,
konnte man sich nicht entschließen. Der Kongreß blieb praktisch
ziemlich ergebnislos; erst allmählich drangen seine Beschlüsse in
das Bewußtsein der Beteiligten ein. Seitens der Niederlande, insbesondere
Amsterdams, widerstrebte man überdies einem damals
vorgelegten Plan, der eine einheitliche Zollverwaltung auf dem
Rhein bezweckte. Ebensowenig zuvorkommend verhielt man sich
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