Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

7 1339 
Wiederherstellung des Königtums hoffte man nun in den Nieder- 
landen auf ein besseres wirtschaftliches Verhältnis mit England. 
Darin sollte man sich bitter täuschen. Dieses hielt fest an seiner 
Schutzpolitik; die Navigationsakte wurde erneuert, ja verschärft, 
da jetzt verboten wurde, Zucker, Tabak, Baumwolle, Indigo, Ingwer 
usw. aus einer Kolonie auszuführen, es sei denn nach England oder 
einer andern englischen Kolonie. Insbesondere der holländische 
Tabakhandel wurde dadurch schwer geschädigt. Ebenso schützte 
man die englische Industrie gegen die niederländische durch das 
erneute Verbot der Wollausfuhr. Das richtete sich alles gegen die 
Niederlande, gegen die in England eine große Mißstimmung herrschte; 
der starke niederländische Schiffbau erregte dort heftiges Mißfallen; 
und insbesondere die englischen, auf Spanien handelnden Kaufleute 
drängten auf die Erneuerung der Akte; im Bereich dieses Handels 
machte sich die englische Konkurrenz stark bemerkbar‘*). 
So war die Schiffahrt und die Industrie der Niederlande durch 
die englische Handelspolitik weit über den Rahmen der engeren 
gegenseitigen Handelsbeziehungen bedroht; man setzte nur noch 
die Hoffnung auf einen Handelsvertrag, in dem die Freiheit des 
Handels, die Anerkennung der Regel ‚frei Schiff, frei Gut‘ und 
das Verbot der Untersuchung festgesetzt werden sollte, alles auf 
Grund des ‚intercursus‘‘ von 1495. Jenseits des Kanals zeigte 
man sich aber völlig abgeneigt, auf diese Wünsche einzugehen; man 
bekannte sich dagegen zu dem Grundsatz des ‚„„‚dominium maris‘‘; 
wie der englische Handel durch die Navigationsakte, so sollte nun 
die englische Fischerei durch ein neues Gesetz gesichert und allen 
Fremden verboten werden, innerhalb 10 Meilen von der Küste zu 
fischen. In langen, fruchtlosen Verhandlungen wurden die engli- 
schen Forderungen immer höher geschraubt. Während die General- 
staaten überall möglichste Handelsfreiheit verlangten, ihre besten 
Aussichten in einem Zustande erblickten, da andere Völker See- 
kriege führten, sie aber neutral waren, und deshalb die ausgedehnteste 
Freiheit des Handels in Kriegszeiten forderten, hatte England das 
entgegengesetzte Interesse; es wünschte die möglichste Ausdehnung 
des Begriffs der Konterbande. Im einzelnen gab sich die den Nieder- 
ländern abgeneigte Stimmung der Engländer in der Stellungnahme 
gegen alle Schritte und Pläne der Niederländer kund, in denen 
ru) 19 Japikse, S. 55. 
”
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.