25. Titel: Unerlaubte Handlungen. $ 832, „1659
b) Gefe
;fentlichrechtliche oder der Tandesrechtlidhen Regelung vorbehaltene
arivatrechtlidhe Winaterien handelt f. 3. B. dem Dienftherrn gegenüber
ninderjährigen Dienftboten).
| Yeber die Aufficht8pfliht des Infpektor8 einer Kinderarbeits-
Sn Tr Urt. d. Neichsger. vont 6. Oktober 1908 ZIur. Wichr. 1908
S. 674.
Durch die Aurffichtspflicht des Lehrbherın, Lehrer3 und ähnlicher Rate-
zorien (f. oben unter 8) wird Die in Familienrechte wurzelnde Auf-
icht8pflicht der Eltern, des Bormundes oder Pflegers8 (1. oben unter «)
nicht befeitigt. Je nach den Kfonkreten Umftänden wird fich entfcheiden,
Der al8 der nah Lage des Falles Auffichtspflichtige
>rfcheint und daher auch die Verantwortung ZU tragen hat NROGE.
Bd. 52 S. 74). Handelt es fich 3. BD. um einen Schaden, den ein
Schüler während des UnterrichtS_ oder bei einem unter Leitung des
Zehrer8 unternommenen Schulausflug (val. Kammerger, In D. SO)
1906 ©. 544 ff.) oder bei einem Schulieft ({f. NOS. Bd. 65 S. 290 ff.)
zinem Dritten zugefügt hat, fo kann felbftverftändlih nur die Haltung
pe3 Lehrer8 in Frage Kommen, während für die in der {Ohulireien
Aeit veritbten unerlaubten Handlungen des Minderjährigen regelmäßig
S{tern, Bormund oder Pfleger verantwortlich fein werben (ogl. auch
Urt. d. DIS. Kolmar vom 31. Oktober 1907 Recht 1907 S. 1465 ff).
Sinfichtlich der Haltung des Lehrer8 für die Beit während einer
Schulpanie {ft entidheidend, ob der Lehrer Zur Beauffichtigung der
Schüler mührend der Raute verpflichtet it oder nicht (vgl. Urt. D.
ILS, Königsberg vom 7. März 1908 Seuff. Urch. Bd. 64 Nr. 130).
3liche UAuftihtspflicht über VBolljährige .
Nah BGB. obliegt die Auffichtspflicht über Bolliährige, die unter
Bormundfdhaft oder Nilegihaft ftehen, als Befiandteil der
Sorge für die Perfon dem Bormund oder BPileger, jedoch nur
nfoweit, al8 der Zwed der Bormundichaft es erfordert (SS 1897, 1901,
1906, 1909, 1910, 1915; f. Bem. a Ubi. 1 3zu 8 1900).
Steht ein Volljähriger weder unter Bormund-
haft noch unter Kilegichaft, fo it, audh wenn er wegen feines
Mr oder körperlichen Sülandes (3. B. weil er an epileptifchen
Unfällen leidet) der Beauftichtigung bedarf, eine fralt des BOB. auf“
üchtäpflichtige Werfon nicht vorhanden Sicher S. 92). , .
_ Diele Grundläge gelten auch gegenüber einer volljährigen
Shefrau (binfidhtlih der minderjährigen Chefran 1. oben unter a, a);
dagegen kann die Haftung des Chemann8 gemäß SS 823, 276, 1353,
1354, 1360 in Frage Kommen, wenn er 63 pflichtwidrig verabläumt,
‚eine geiftesfranfe und infolgedefjen genrteingefährlidhe Chefrau in einer
Heilanftalt unterzubringen, Feine Maßnahmen 3zU ihrer Neberwacdhung
ırifit, ihr gefährliche Gegenftände zum Gebrauch überläßt und infolge
hiebum Die Geiftesiranke einen Dritten verleßt_(fo_mit Recht Urt. d.
Keichager. vom 28. November 1908 (RES, Bd. 70 S. 48 ff. ; and. Unf.
®. Strupp in Bl. f. RA. Bd. 75 S. 315 ff. der” S 823 für unanmend-
har, dagegen anf Grund des 8 1353 den $ 832 für anwendbar erachtet;
„auch %. Rein ebenda S. 420 FF). Ob das gleidhe für die Chefranu
jegenüber dem geiftesfranfen Chemann anzunehmen tft (10 Strupp
a. a. ©. Anm. 3), erfcheint zweifelhatt; jiberwiegende @ründe dürften
hir die Verneinung der Srage iprechen. _ In Hrafrecdhtlicher
Sinficht vol. Borbem. X vor 8 1353 umd Strupp 0. a. ©. S. 316 ff.
Yidht ausgefchloffen, it, Daß durch das Landesrecht nodh anderen
Berionen eine Auffichtapflicht gegenüber Bolljäbrigen auferlegt wird,
Ye megen ihre8 geiftigen oder körperlichen BZufjtandes der Beauffich-
‚igung bedürfen, vorausgeleßt, daß e8 ich um öffentlichrechtliche oder
jer landesrechtlidhen Regelung vorbehaltene privatrechtlihe Materien
Jandelt G. WB. den Yerzten oder Pflegerm einer öffentlichen Srren-
Initalt; vol. Nöldeke S. 782). Hinkichtlih Des Verhältnifjes Ddieler
Auffichtspflicht zu der des Vormundes pder Bileaer8 gilt das oben
unter 2, ” Bemerkte. Ve , , N
Dagegen Fällt nicht unter & 832 diejenige Auflichtapflicht gegenüber
Nolljährigen, die nicht auf dem geiltigen oder förperlichen Buftande
des zu Beauflichtigenden, jondern auf anderen Kückhidhten beruht
oben unter 1). Dentaemäß haftet nicht aus S 832 der Offizier, unter