darunter‘ Braunsbere, Goll;. Borski,. Willink.
Gegenüber dem Wohlstand in der früheren Zeit, der sich über eine
weit größere Zahl von Personen erstreckte und auch im Einzelnen
weit größere Vermögen kannte, war der Stand von 1813 doch recht
bescheiden‘).
Inzwischen war die Staatsschuld maßlos gestiegen.
Als 1795 die Franzosen in das Land einbrachen, wuchsen die Aus-
gaben; sie betrugen in der Provinz Holland 1795: 50 596 837 {l.;
1797: 42 732 358 fl., während in denselben Jahren sich die Ein-
nahmen auf 49 918 007 bzw. 40 346 741 fl. beliefen?). In den anderen
Provinzen sah es nicht besser aus; doch waren die Finanzen Hollands
weitaus am schwersten belastet, da in den übrigen Provinzen, außer
Overyssel, die Einnahmen die gewöhnlichen Ausgaben übertrafen,
während Holland 1796 ein Defizit von 4% Mill. fl. hatte). Und für
die gemeinsamen Lasten zahlte Holland damals mehr als Gelder-
land und sechsmal mehr ’als Friesland*%).
Im Jahre 1799 wurden nun die Schulden aller Provinzen
zusammengeworfen und als gemeinsame Schuld behandelt. Wenn
man behauptet hat, daß Holland dadurch bevorzugt wurde, so läßt
sich doch dagegen einwenden, daß die holländischen Schulden zum
Teil aus der Unmöglichkeit für Holland herrührten, aus seinen
ordentlichen Einnahmen seinen Anteil an den allgemeinen Lasten
zu bestreiten und außerdem noch für die rückständig gebliebenen
Provinzen Vorschüsse zu leisten; Holland erhielt daher jetzt nur
dasjenige wieder zurück, was es seit langer Zeit, beinahe seit Beginn
') L. van Nierop, De hondert hoogst aangeslagenen. Die Verf.n meint
allerdings S. ı3, daß diese „höchst taxierten‘“ nicht die 100 reichsten
gewesen seien.
2? Metelerkamp. 1,8. 49, 53 ff.
%) Ebenda, IT, 5. 64.
*) Die Verschuldung erstreckte sich ja auch auf die Städte. Die reiche Stadt
Amsterdam hatte 1770 eine Schuld von 6 540 419 fl., die mit 167 398 fl. zu ver-
zinsen war. Das war eine für die Größe und den Reichtum der Stadt erträgliche
Verschuldung. Im Jahre 1794 aber betrug diese ı3 168 039 fl., eine Erhöhung,
die zum größten Teil dem Zusammenbruch der Amsterdamer Wechselbank, die sich
zu tief mit der Ostindischen Kompanie eingelassen hatte, zuzuschreiben war, so daß
die Stadt die Schuld der Bank übernehmen mußte. Die städtische Schuld stieg
1797 auf 19 266 086 fl. und hatte 1813 den Betrag von rund 31 Mill. fl. erreicht.
Rootlieb, Bijdrage tot de kennis van Amsterdams financien, S. 132; ff.)
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