Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Gouda, Oudewater, Rotterdam. In der Mitte des 17. Jahrhunderts
hatte Amsterdam einen sehr lebhaften Butterhandel,
der sich nicht nur auf das einheimische Produkt beschränkte, sondern
 auch auf die irische. Butter erstreckte!). Im Jahre 1667/68
betrug die Einfuhr ausländischer Butter in Amsterdam 32421,
die Ausfuhr 1737% Tonnen; dagegen belief sich die Einfuhr von
holländischem Käse auf 284 600, die Ausfuhr auf 1 283 504 Pfund?).
Berühmt war im 17. Jahrhundert die Leidener Butter; sie ging
über die ganze Welt; ebenso berühmt war der Gouda-Käse. Im
Jahre 1697 passierten 3 460 964 Pfund die Goudasche Wage?®). Dagegen
 konzentrierte sich in Rotterdam der Krapphandel;
etwa 3% der Produktion dieses Gewächses (Färberröthe) kam hier
zu Markte‘). Ferner exportierte Rotterdam jährlich 2—3 Mill.
Pfund Flachs und 8—10 000 Tonnen Leinsaat, fast die Hälfte der
einheimischen Produktion. Für das Korn von Westbrabant, Seeland
 und den südholländischen Inseln war Rotterdam Stapelplatz;
Butter und Käse bildeten einen Hauptausfuhrartikel in dem regen
Verkehr der Stadt nach England.
Eine eigenartige landwirtschaftliche Kultur entwickelte sich
schon seit dem Mittelalter, namentlich in Holland, n dem Gartenbau
 und der Pflege spezieller Garten- und Gemüsegewächse.
 Ihre Blüte erreichte diese Kultur jedoch erst unter der
Republik. Zwischen Hoorn und Enckhuizen, dann um Haarlem und
Leiden entstand eine stetig zunehmende Gemüse- und Blumenwirtschaft
 von großer Mannigfaltigkeit®). Es spricht für den hohen
Wohlstand des Landes seit dem 17. Jahrhundert, wenn neben einer
ı)) Blink, N, 30ff.
?) Brugmans, Statistiek, S. 137 f.
3 Blink, N, 35.
*) Im Jahre 1667/8 betrug die Ausfuhr von Krapp aus Amsterdam ı 846 408
Pfd., außerdem 11 150 Pfd. Breslauer Krapp; eingeführt wurde nichts (Br ug mans,
Statistiek, S. 166). Über den Verfall des Krappbaus in Seeland Ende des 18. Jahrhunderts
 vgl. Eversmann, S. 214f. Die Ausfuhr von Krapp Ende des ı8.
Jahrhunderts über Amsterdam war doch nicht unbedeutend und nahm zu; 1753
wurden 623728 und 1792: 2086290 Pfd. feiner und ungeschälter Krapp ausgeführt
(van Nierop, Uit de bakermat d. Amsterd. Handelsstatistiek). Im 19. Jahrhundert
 ging der Krappbau ganz zurück; 1851—60 wurden noch 4315 Hektar mit
Krapp bebaut; 1881—90 noch 783, 1910 noch 52 Hektar (E v erwyn, II, 519).
°) Blink, II, 524ff. Über den Gemüsebau Nemnich, S. 203, den
Blumenhandel usw., S. 213 ff.
Baasch, Holländische Wirtschaftsgeschichte.

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