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dem Personenverkehr dienende Bahn, für welche die Haarlemsche
Trekvaart als schwere Konkurrenz galt, so daß an einen Güter-
transport kaum gedacht wurde. Die Bahn wurde 1842 nach Leiden
in der Richtung auf Rotterdam weitergebaut.
Inzwischen war nun auch die Ausführung des ursprünglichen
Planes einer nach Osten zum Rhein hin gehenden Bahn wenigstens
in seinen Anfängen gesichert. Für diese Bahn, die zunächst von
Amsterdam über Utrecht nach Arnhem gehen sollte, wurde auf
königl. Beschluß 1838 eine Anleihe aufgelegt, für deren Verzinsung
der König die Garantie übernahm!). Ohne königliche Unterstützung
wäre diese Bahn freilich schon sehr bald finanziell zusammen-
gebrochen; bereits 1845 bestand ein erhebliches Defizit. Der Ver-
kehr auf der Linie selbst, die 1843 bis Utrecht eröffnet wurde, war
nicht schlecht. Der Weiterbau bis Arnhem einer-, Haag anderer-
seits war aber nur zu erreichen, indem man ihn einer 1845 gegründeten
Aktiengesellschaft ‚‚Nederl. Rhijn-Spoorweg-Maatschappij““ über-
trug, in der viel englisches Kapital angelegt war. Für den König,
der große Mittel für diese Bahn aufgewandt hatte, erstand in jener
Gesellschaft ein Retter. In der Öffentlichkeit bestand wenig Ver-
trauen auf die Zukunft dieser Linie; es war eine Zeit völliger wirt-
schaftlicher Apathie in Holland. Zehn Jahre hat es gedauert,
bis diese Bahn eine direkte Verbindung mit Rotterdam erhielt,
wobei nicht nur das geringe Entgegenkommen dieser Stadt
sich hinderlich erwies, sondern auch die örtlichen Verhältnisse
in Amsterdam und Rotterdam technische Schwierigkeiten be-
reiteten?).
So lebhaft sich König Wilhelm I. für die Eisenbahnpläne
persönlich und finanziell interessiert hatte, so wenig Teilnahme
bewies die eigentliche Regierung; sie war lange Zeit völlig blind
gegen die hohe Bedeutung der Eisenbahn in dem Konkurrenz-
kampfe der niederländischen Häfen mit Antwerpen. Als man sich
endlich aufraffte, war der Vorsprung, den die belgische Hafenstadt
1) Jonckers-Nieboer, S. 37f. Der französische Gesandte im Haag
berichtet am 12. Mai 1838 über diesen Bahnbau; der Hauptgrund sei, ein Gegen-
gewicht gegen die Antwerpener Bahn zu schaffen; ein weiterer bestehe darin, daß
man etwas für Amsterdam tun wolle (Colenbrander, Gedenkstukken, X, 2,
S. 415).
. % Jonckers-Nieboer, S. 58; auch weiterhin benutzt.
SC