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fahrt im Verkehr mit der Ostsee und Rußland gute Beschäftigung,
nachdem die ersten kritischen Jahre überwunden waren!); an dem
Verkehr in den preußischen Häfen nahmen in den 1820er Jahren
die niederländischen Schiffe einen erheblichen Anteil?); in ihren
Kuffen und Briggs holten sie von dort Getreide; auch gingen sie mit
Zucker nach dem Mittelländischen und Adriatischen Meere. Da
die holländischen Frachten meist billig waren, nahm man es diesen
Schiffen nicht übel, daß sie oft recht langsam fuhren; in dem Be-
richt eines holländischen Konsuls aus den 1840er Jahren heißt es,
„que leur majestueuse lenteur commencait a &pouvanter les char-
geurs‘‘3). Man beklagte auch vielfach die geringe Unternehmungs-
lust der Reeder. In Smyrna, jenem alten Sitz holländischer Kauf-
leute, suchte man um 1826 vergeblich holländische Schiffe, die hier
hätten gute Frachten verdienen können. Auch für das Schwarze
Meer, wo Odessa jetzt mächtig aufblühte, wurden, aber ziemlich
ergebnislos, den holländischen Schiffen gute Aussichten geboten.
Man schrieb das mangelnde Interesse der Vorliebe für die Effekten-
spekulation zu*%).
Unleugbar hat aber diese maritime Indifferenz, vorzüglich
in Verbindung mit der staatlichen Durchfuhrpolitik, dem Handel
der Niederlande geschadet. Schon 1819 beklagte man, daß die
Hamburger einen großen Teil der Fahrt auf Spanien, Süd- und
Mittelamerika, ja selbst auf Curacao an sich gerissen hätten und
daß der Leinenhandel ganz über Hamburg gehe*®). Die fehlende
Initiative der Reeder war sowohl Ursache wie Wirkung des Mangels
an Ladung.
Die Börtfahrten nach den deutschen Nordseehäfen
gingen allmählich ein. Eine Anregung Groningens von
1) Den Sund passierten 1814: 550 niederländische Schiffe gegen 2000 im
Jahre 1790 (Blok, Geschied. v. h. ned. Volk, VII, 355).
2?) Vgl. Posthumus, Documenten, III, 184 f.
3) A. Plate, Onze Stoomvaart, S. 558 ff.
4) Colenbrander, Gedenkstukken, IX, S. 920f. (1826 f.). Schon
1820/21 wies Falck auf die guten Aussichten einer holländ. Frachtfahrt nach
dem Schwarzen Meer hin (Twee Rapporten van A. R. Falck). Mehrere nach
dem Persischen Golf unternommene Expeditionen der Ned. Handelsmaatschappy
1824, 1828—31 verliefen verlustreich (vgl. den Tex, Onze Handel in de Per-
zische Golf, S. 21 ff.).
5) Vgl. Groeneveld Meijer, S. 103, 146.
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