Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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sich nun heftig in der Presse ; die erstere gönnte der letzteren nicht 
die hamburgische Fahrt, die letztere jener nicht die Rheinfahrt. 
Sorgsam schied man die beiderseitigen Interessensphären. Die 
A. St. M. entwickelte sich im übrigen stetig weiter; hatte sie zu- 
erst das Hauptgewicht auf die Beförderung von Passagieren und 
Post gelegt, so überwog allmählich doch der Güterverkehr; so- 
lange in Deutschland noch der Eisenbahnbau wenig vorangeschritten 
war, fuhr man von Hamburg etwa nach Frankfurt gern mit dem 
Schiff über Holland und dann rheinaufwärts; auch vom Osten 
kommende nach Mitteldeutschland bestimmte Güter wählten vielfach 
diesen Weg. Ende der 1830er Jahre richtete man eine Linie nach 
Hull, 1840 eine solche nach London ein; 1857 bestanden Linien nach 
St. Petersburg, Hamburg, Harburg, Stettin, Dünkirchen, Stock- 
holm, Hull, Zaandam. Man hatte hier überall mit dem Wettbewerb 
der Engländer und Hamburger zu kämpfen; 1863 sicherte sich die 
Gesellschaft die alleinige Fahrt auf Hamburg durch eine Überein- 
kunft; dagegen mußte sie die Stettiner Fahrt aufgeben und die 
Königsberger mit der N. St. M. teilen. Langsam ging nun die Ge- 
sellschaft zurück; der erstarkten deutschen Reederei konnte sie 
nicht mehr Stand halten. Im Jahre 1877 hatte sie nur noch 4 Schiffe, 
von denen 3 in der hamburger Linie fuhren. Die Verzögerung im 
Bau des Nordseekanals schadete der Amsterdamer Reederei außer- 
ordentlich. So verkaufte die A. St. M. 1877 ihre letzten 4 Schiffe 
an die Rotterdamer Reederfirmen P. A. van Esu. Co. Diese 
setzte gemeinsam mit der Amsterdamer Firma Ph. van Om- 
meren die hamburgische Fahrt fort, fand nun aber in der Kon. 
Ned. Stoomboot-Maatschappij, die ebenfalls Schiffe in diese Fahrt 
einreihte, einen scharfen Mitbewerber. Doch hielten van Es und 
van Ommeren die hamburgische Fahrt dauernd aufrecht. 
Die erwähnte Kon. Ned. Stoomboot-Maatschappij (K. N. St. M.) 
war 1856 errichtet worden; sie machte der A. St. M., namentlich 
in der Fahrt nach der Ostsee, Konkurrenz und unterhielt ferner 
eine Linie nach Bordeaux. Doch stieß sie hierbei auf die Abneigung 
der Weinhändler, die den Wein nicht gern in Dampfschiffen ver- 
luden, weil das angeblich dem Wein schade. Eine vonder K. N. St. M. 
errichtete Linie nach Leer ging bald ein; dagegen erwarb sie 1859 
die Schiffe einer 1854 errichteten Linie nach Harburg und Altona; 
außerdem schuf sie Linien nach St. Petersburg, Genua und Marseille.
	        
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