Behörden verhielten sich völlig ablehnend gegenüber dem Plan der
Nederlandsche Stoomboot-Maatschappij (N.St.M.), Fahrten nach
Hamburg und Rotterdam von Amsterdam aus einzurichten. Als
endlich ein Engländer, Edward Taylor, die Konzession
für eine Dampferfahrt nach Utrecht erhielt, legte man ihm die Be-
dingung auf, das Schiff vollständig im Binnenlande zu bauen. Die
Maschinen konnte jedoch nur Cockerill liefern, und dieser hatte
sich verpflichtet, sie nur an die Nederlandsche Handelsmaatschappij
abzugeben. Das schließlich unter großen Schwierigkeiten erbaute
Schiff erwies sich als unbrauchbar. Erfolgreicher war dann die
1825 in Amsterdam errichtete ‚‚Amsterdamsch Stoomboot-Maat-
schappy‘“; auch sie hatte große Hindernisse zu überwinden, da die
Schiffe in den Niederlanden gebaut werden mußten und man mit
Mühe für den ersten in England gekauften Dampfer die Befreiung
von jener Bedingung erhielt. Der schlechten Wasserverhältnisse
Amsterdams und der Zuiderzee wegen mußten die Schiffe flach
gebaut werden; den Nordholländischen Kanal durfte man nicht
benutzen, da die Räder ihn hätten beschädigen können; auch waren
die hohen Kanalgebühren zu berücksichtigen. Doch gelang es der
Gesellschaft, durch jenes englische Schiff, „‚Onderneming‘‘, Ende
Juli 1825 die neue Verbindung mit Hamburg herzustellen. Andere
Fahrzeuge der Gesellschaft fuhren nach Zaandam, Harderwijk,
Kampen. Die Hamburger Fahrt erwies sich als einträglich; im
übrigen war der Stand der Gesellschaft schlecht, die Verwaltungs-
kosten waren zu hoch; die kurze Zeit betriebene Londoner Fahrt gab
man bald auf. Mit Mühe hielt sich die Gesellschaft, die 1826 aus dem
„Fond der nationale nijverheid“ eine Unterstützung von 150 000 fl.
bekam, aufrecht. Eine wertvolle Stütze für die stets in finanzieller
Bedrängnis befindliche Gesellschaft war die Maschinenfabrik, die
sie errichtet hatte. Der Güterverkehr mit. Hamburg nahm eine
günstige Entwicklung.
Als aber zu Anfang der 1830er Jahre die Eisenbahnpläne laut
wurden, traten sogleich die Interessen der Binnenschiffahrt in
Gegensatz zu denen der Eisenbahnen. In Amsterdam neigte man
mehr den Eisenbahnen zu, während Rotterdam, das weit bessere
Verbindung mit der Rheinschiffahrt besaß, der Binnenschiffahrt
den Vorzug gab. Die Nederlandsche Stoom-Maatschappij (N. St. M.)
und die Amsterdamsch Stoom-Maatschappij (A. St. M.) bekämpften
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