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erweiterte ihren ostindischen Verkehr. Um diese Zeit schickte man
sich auch an, die Verbindung mit den westindischen Kolonien zu
verbessern!). Sie war immer schlecht gewesen; man hatte sich mit
Segelschiffen begnügt oder die auswärtigen Linien für den Güterverkehr
benutzt; dadurch war der Handel von Curacao usw. immer
mehr nach Hamburg, Havre und Liverpool gegangen, und die Ausfuhren
der westindischen Kolonien wurden dem Mutterlande entzogen;
für die Hauptartikel (Zucker, Kakao, Baumwolle, Rum)
sanken die Ausfuhren nach den Niederlanden von 37 % im Jahre
1870 auf 11% im Jahre 1880. Zuerst fanden die Pläne für die
Gründung einer neuen Dampferlinie sehr wenig Beifall; erst 1883
gründete man den ‚Kon. Westindische Maildienst‘‘; 1884 ging
das erste Schiff nach Nied.-Westindien.
Im ostindischen Verkehr vertrugen sich ‚Nederland‘ und
Rott. Lloyd von Anfang an gut. Sie wirkten vielfach gemeinsam.
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ausländische Konkurrenz
immer fühlbarer wurde, ergab sich das Bedürfnis eines engeren
Zusammenschlusses. Das Beispiel, das Hamburg mit der Errichtung
der „Hamburger Schiffsrhederei‘‘, d. h. einer Kampforganisation
gegen fremde Gesellschaften, gegeben hatte, reizte auch die
Holländer zu einer ähnlichen Schöpfung, die 1905 in der „Nationale
Stoomboot-Maatschappij‘““ erstand?); sie bezweckte die Beförderung
von Personen und Gütern unter nationaler Flagge zwischen Häfen
in und außer Europa, sowie die Teilnahme an jenen Zweck verfolgenden
Unternehmungen. Wichtiger noch war die 1907 errichtete
„Ned. Scheepvaart-Unie‘‘, die eine engere Verbindung zwischen den
drei Gesellschaften ‚„‚Nederland“, ‚Kon. Holl. Lloyd‘ und der 1888
errichteten ‚,Paketvaart Maatschappij‘, die auch die ostindische
Fahrt betrieb, herstellte; sie bildete eine Fusion finanzieller und
administrativer Art und umfaßte 1917 mehr als die Hälfte des
gemeinsamen Aktienkapitals®).
Der schon erwähnte Kon. Hollandsche Lloyd wurde 1907
in Amsterdam errichtet und betrieb Fahrten nach der Ostküste
1) de Boer, Geschied. d. Amsterd. Stoomvaart, II, 47 ff.
| 2) Vgl. Stubmann;,/Ballin, S. 124f.; über das große Vertrauen (der
holl. Reedereien zu Ballin ,‚/ebendort, S. .129.
de Boer, a. a. OO. IL, \90.1f., 260 ff.
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