Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

— 73. —
der alten Spitzbergenfahrt hat sie weder an Fahrzeugen noch namentlich
 an Erträgnissen je erreicht; den höchsten Ertrag hatte
die holländische Davisfahrt 1731 mit 253 Fischen und 15 140 Faß
Speck. Bald darauf nahm sie dauernd ab, um nur am Ende der
1760er Jahre noch einen kurzen Aufschwung zu erleben!). In Verbindung
 mit der Davisfahrt wurde zeitweise ein lebhafter Tauschhandel
 mit den dort wohnenden Eskimos getrieben®).
In der Mitte des Jahrhunderts nahm der Walfischfang an der
Schutzpolitik, wie sie damals in den Niederlanden um sich griff,
teil. Unzweifelhaft hatte sich der Walfischfang nach dem Frieden
von Utrecht nie ganz wieder von den Schädigungen des vorausgegangenen
 langen Krieges erholen können; die Erträge waren nicht
nur schwankend, sondern im ganzen im Rückgange. Das Verhältnis
der Ausgaben zu den Einnahmen hatte sich noch nicht gebessert;
in der Spitzbergenfahrt betrugen 1729—1738 die Ausgaben 10014000,
die Einnahmen 13 441 680 fl.; 1739—1748 war das Verhältnis günstiger,
 nämlich 16 762 880 zu 23 779 424 fl.; 1759—1768 aber wieder
schlecht, nämlich 14 954 190 zu 16 120 782 fl. In der Davisstraßenfahrt
 lag die Sache ähnlich; 1719—1728 waren hier die Ausgaben
8 792 280, die Einnahmen 10143919 fl.; 1729—1738 standen
15767 947 fl. Einnahmen 11 417 910 fl. Ausgaben gegenüber; und
1749—1758 war es ganz schlecht, nämlich 30921 500 Ausgaben
gegen 4 088 890 fl. Einnahmen?). Immerhin scheint die Davisfahrt
etwas besser abgeschnitten zu haben als die Spitzbergenfahrt. Im
Jahre 1770 fuhren nur noch 105 Schiffe aus. Auch hier machte sich
die Konkurrenz des Auslandes, namentlich Hamburgs und Altonas,
bemerkbar. Das Interesse für diese allerdings sehr unsichere Kapitalanlage
 war verschwunden). Die Ausrüstungen waren auch kostspieliger
 geworden. Die 180 Schiffe, die 1773 ausfuhren, erforderten
an Ausrüstung usw. etwa 2 Mill. fl., wovon auf die Lebensmittel
640 000, die Löhne 190 000, die Schiffsmiete 540 000 fl. kamen,
was allerdings größtenteils im Lande blieb®). Man stritt damals
heftig über die Frage, wie man diesem alten Gewerbe helfen sollte;
1) Die Zahlen bei Wätjen, a. a. O., S. 288 f.
2) Beaujon, S. I4lı
3) Wätjen,.6S. 278,
41 De Koopman, JIl,1S. 304 ff., 315.
5 De Koopman; IV, S.:201 Hf.
            
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