fullscreen: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche Düngemittel. 
bei 100° getrocknet und gewogen, nötigenfalls weiter eingeäschert und wieder ge 
wogen, um die unlöslichen Mineralstoffe (Sand usw.) zu finden. 
6. Kalk und Magnesia. 10 g oder je nach dem Gehalt eine kleinere oder 
größere Menge werden in verdünnter Salzsäure gelöst, ammoniakalisch gemacht, 
sodann der Kalk mit oxalsaurem Ammon gefällt, filtriert, im Gebläse geglüht und 
als Calciumoxyd gewogen. 
Im Filtrat wird mit phosphorsaurem Natrium die Magnesia gefällt, ein Drittel 
des Flüssigkeitsvolumens 10°/ 0 -iges Ammoniak zugesetzt, nach 12 Stunden filtriert, 
der Niederschlag im Gebläse geglüht und als pyrophosphorsaures Magnesium gewogen. 
XIV. Düngergemische. 
(Ammoniak-Superphosphate, Salpeter-Superphosphate, Kali-Super 
phosphate, Kali-Ammoniak-Super phosphate.) 
1. Stickstoff. Der Gesamtstickstoff wird bei Gegenwart von Nitraten wie 
bei dem rohen Peru-Guano (S. 169), nach Jodlbaur bezw. nach Förster (S. 141) 
bestimmt. Liegen reine Ammoniak-Salpeter-Mischungen vor, so kann man erst das 
Ammoniak nach S. 142 und die Salpetersäure nach Schlösing-Wagner usw. 
(S. 144 u. ff.) bestimmen. 
Nach einem der S. 145 u. f. angegebenen Reduktions-Verfahren kann man, wenn 
nicht Ammoniak- und Salpeter-Stickstoff getrennt bestimmt werden sollen, die beiden 
Bestimmungen vereinigen, indem man zunächst reduziert und darauf das fertige und 
gebildete Ammoniak abdestilliert. Man erhält auf diese Weise Ammoniak-+ Salpeter- 
Stickstoff. 
Ist der Stickstoff in Form von Ammoniak, Salpetersäure und organischen 
Verbindungen vorhanden und sollen alle 3 Formen getrennt bestimmt werden, so 
verfährt man wie folgt: 
2—3 g Substanz (je nach Gehalt) werden mit etwa 25 ccm Wasser ungerührt, 
auf ein Filter (von schwedischem Filtrierpapier) gespült, in einen Kolben von 
200 ccm ausgewaschen und der hinreichend ausgewaschene Rückstand direkt samt 
Filter nach Kjeldahl verbrannt; er ergibt den unlöslichen organischen Stickstoff. 
Das Filtrat wird auf 200 ccm auf gefüllt, die Hälfte davon (= 100 ccm) in einem 
500—600 ccm-Kolben nach Verdünnen mit 50 ccm Wasser mit etwa 20 g Kalihydrat 
und einigen Körnchen übermangansaurem Kalium versetzt, der Kolben wie in 
Fig. 20 (S. 139) rasch mit einer titrierte Schwefelsäure enthaltenden Vorlage ver 
bunden und nach Lösen des Kalihydrats erhitzt, bis etwa 100 ccm abdestilliert sind. 
Man titriert die vorgelegte Schwefelsäure und erhält so Ammoniak- (+etwa in 
geringer Menge vorhandenen gelösten organischen) Stickstoff. 
Der Kolbeninhalt, welcher von hinreichend zugesetztem Kaliumpermanganat 
noch grünlich gefärbt sein muß, wird erkalten gelassen, mit 50 ccm Wasser ver 
dünnt, dann nach S. 145 mit 75 ccm Alkohol und je 8—10 g Zink-Eisenstaub ver 
setzt, wieder mit einer neu beschickten, titrierte Schwefelsäure enthaltenden Vor 
lage verbunden, 3—4 Stunden stehen gelassen und wie bei Salpeter-Bestimmungen 
S, 145 destilliert. Durch Titration der vorgelegten Schwefelsäure erhält man den 
Salpeter säure-Stickst off. 
2. riiosphorsäure. Die lösliche, zitratlösliche und Gesamtphosphorsäure wird 
wie in den Superphosphaten (S. 180 u. f.) bestimmt. 
3. Kali. 20 g Substanz werden in einer Porzellanschale mit etwa 200 ccm 
Wasser zum Sieden erhitzt, dann absitzen gelassen, in einen Literkolben abgegossen 
und der Rückstand nochmals mit 200 ccm Wasser gekocht. Man spült alsdann das
	        
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