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Verhältnis zwischen Anlage- und Betriebsvermögen, die Bentabilität,
die Kosten der Finanzierung, ob eine Unternehmung mit konstantem,
schwankendem oder steigendem Geldbedarf zu rechnen hat, und
viele andere Umstände werden die Rechtsform der Unternehmung
und die Art der Beschaffung des .Kreditkapitals bestimmen. Die
Berechnung der Deckung des Betriebskapitals wird die Möglichkeit
der Geldkapitalzuschüsse berücksichtigen müssen, z. B. die [Vermehrung
der eigenen Mittel durch neue Kapitaleinlagen des Unternehmers,
Aufnahme von Gesellschaftern, die Möglichkeit der Beschaffung
von .Verwandtschaftsdarlehn und Beteiligungskapital, Zubußen,
KachschußVerpflichtungen etc.
Einige Berechnungsbeispiele mögen die bisherigen Erörterungen
illustrieren.
Eine Unternehmung des Warenhandels rechnet mit einem auf
das Jahr gleichmäßig verteilten Umsatz von 800 000 Mk., davon
600000 Mk. gegen Kasse, der Rest gegen ein Verkaufsziel von
6 Monaten. Der durchschnittliche Bruttogewinn betrage 25 o/o vom
Umsatz, der durchschnittliche Lagerbestand 250000 Mk., Lieferantenziel
3 Monate, Geschäftsspesen 60 000 Mk. in ungefähr gleichmäßiger
Verteilung auf das ganze Geschäftsjahr 1 ).
Umsatz 800 000
200000 25o/o Bruttogewinn,
600000 Mk. Einkaufspreis der Verkäufe.
Beim Einkaufsziel von 3 Monaten ist der durchschnittliche!
Kreditorenbestand 150000 Mk. Die Zeit des größten Geldbedarfs
ist die Mitte des Jahres (6 Monate), wenn die Abnehmer die ersten
Zahlungen leisten; für das Ende dieser Zeit stellt sich die Berechnung
wie folgt:
1. Kapitalbedarf Lagerbestand . . Mk. 250 (Tausender)
Außenstände zum Einkaufspreis berechnet
(100 -H-25 o/o) „ 75
Unkostenanteil . . ,, 30
Mk. 355
2. Deckung des Kapitalbedarfs: Kreditoren
(die Warenlieferungen des ersten Quartals
sind bezahlt) Mk. 150
Gewinn aus Barverkäufen (300 zu 25o/o) . „ 75 Mk. 225
Das erforderliche Betriebskapital beträgt Mk. 130.
') Nach der Zeitsehr. f. handelsw. Forschung, IV. Jahrg., S. 55. Vgl. auch
Prinzhorn, Die finanzielle Führung kaufm. Geschäfte und Unternehmungen.
Berlin 1902.