Object: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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bringen sollten (Der Haushalt besteht aus zwei Personen). Der 
Magistrat antwortete auf die Beschwerde, daß betreffend des 
Butterverbrauchs vom Kreis Sorau noch keine Verordnungen 
getroffen seien, deshalb ein Eingreifen nicht möglich sei, obwohl 
das Vorgehen des Predigers nicht schön zu nennen wäre. 
Unterzeichneter möchte dazu noch bemerken, daß in Triebe! 
viele Bergarbeiter weite Wege nach Hause zu machen haben und 
eine zehnstündige Arbeitszeit herrscht. Dabei werden zahlreiche 
Ueberstunden verfahren und wäre deshalb eine reichhaltigere 
Ernährung nötig, besonders müßte es den Leuten möglich sein, 
etwas mehr Fettstoffe zu erhalten. Wir bekamen neun Lohn- 
zettel eines tüchtigen Hauers zugesandt, der in neun Wochen 740 
Stunden arbeitete, also im Durchschnitt pro Woche 82,2 Stunden, 
das sind 22,2 Stunden mehr wie in gewöhnlicher Zeit. 
Bei Mangel an billigem Fettstoff und nicht genügender Brot 
nahrung tritt bei solcher Arbeitsleistung eine baldige Körper 
ermattung und Krankheit ein. Beträgt doch der Lohn dieses 
Hauers — und der seiner Kameraden ist nicht besser, sondern 
noch geringer — 42,3 Pf. pro Stunde. 
In der Hoffnung, daß Ew. Erzellenz dahin Anweisung gibt, 
daß auch in Triebei, ebenso wie dies in anderen Teilen Deutsch 
lands geschah, die Brot- und Fettversorgung für die Bergarbeiter 
besser gereglt wird, zeichnet 
mit hochachtungsvollem Glückauf! 
(Unterschrift.) 
* * * 
Die Eingabe hatte den Erfolg, daß Aenderung geschaffen 
wurde. 
Bochum, den 13. Juli 1916. 
An Se. Exzellenz Herrn von Batocki, Berlin. 
Bezugnehmend auf unsere Eingabe vom 7. Juli cr. betreffs 
Versorgung der Bergarbeiter der Grube Hoffnung in Triebel 
erlauben wir uns, Ihnen die Abschrift eines Briefes, den wir 
unterm 10. d. Mts. von unserem Vertrauensmann in Triebel 
erhielten, zuzusenden. Wir bitten, bei Erledigung unserer Ein 
gabe die in dem Briefe gemachten Angaben mit zu benutzen. 
Triebel (Lausitz), den 10. Juli 1916. 
Herrn Hermann Sachse, Reichstagsabgeordneter, Bochum. 
Werter Kamerad! In der Brotversorgunasfrage teile ich Dir 
mit, daß uns die 250 Gramm Zulage für Schwerarbeiter, die wir 
bisher erhalten, seit dieser Woche nicht mehr gewährt werden. 
Aus dem Schreiben ist zu ersehen, daß den dortigen Berg 
arbeitern die bisherige Brotzulage entzogen wurde. Eilige
	        
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