4 4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
Die Besteuerung bei der Produktion ist namentlich in zweierlei
Form durchzuführen: a) nach dem Rauminhalt der zur Einmaischung
benutzten Gefäße (Maischbottiche), b) nach dem Rauminhalt der
zur Destillation benutzten Gefäße (Blase). Wie alle Produktions-
steuern, haben auch diese den Nachteil, daß der Fiskus immer von
gewissen Suppositiönen ausgeht, die die Technik oft weit über-
holt, wodurch dem Staat Steuerbeträge entgehen und überdies
noch Ungleichheiten in der Besteuerung eintreten, da die kleinen,
gerade landwirtschaftlich wichtigen Brennereien nicht die Vorteile der
vollkommensten Technik besitzen, wie die großen Spiritusfabriken.
Die Kontrolle ist demgemäß schwierig und kostspielig, sofern die
Zahl der Brennereien ‚eine große ist. In jeder Beziehung voll-
kommener ist die Besteuerung des fertigen Produktes, nur sind hier
wieder andere Möglichkeiten in Rechnung zu ziehen, die finanziell
nachteilig sind, weshalb eventuell eine noch strengere und noch
kostspieligere Kontrolle nötig wird. Manche Staaten haben das
Monopol eingeführt, das sich namentlich dort besser bewährt, wo
im Inlande Spiritus gar nicht oder nur in wenig großen Betriebs-
stätten hergestellt wird. Wo der Spiritus vom Auslande eingeführt
wird oder wo er einen städtischen Industriezweig bildet, dort sind
die Rücksichten auf die Landwirtschaft nicht maßgebend und dort
kann der finanzielle Zweck entscheidend geltend gemacht werden.
Durch das Monopol kann auch mit geringer Beschränkung des
finanziellen Interesses auf Einschränkung des Alkoholismus hinge-
arbeitet werden, was z. B. in der Schweiz angestrebt wird, wo das
Gesetz auch die Bestimmung enthält, daß ein Teil der Einnahme
zum Kampf gegen den Alkoholismus verwendet werden muß. Das
Monopol kann größere Einnahmen erzielen, denn es kann höhere
Preise festsetzen, ohne daß hierdurch die Kosten der Kontrolle
sich zu sehr erhöhen und die Steuerdefraudationen zu sehr zu-
nehmen würden. Durch die Konzentration der Herstellung und
die Einheit der Leitung kann die Produktion vervollkommnet und
das Produkt verbilligt werden. Auch sanitäre Vorteile wird das
Monopol aufweisen, da der Staat gewiß nur reinen Alkohol wird in
Verkehr setzen. Schwierigkeiten zeigen sich namentlich dort, wo
die Inlandsproduktion bedeutend ist und das Monopol Uber-
produktion hervorruft, sowie daß beim Verkauf des überschüssigen
Produktes im Auslande den Staat Verluste treffen können. Die
Formen des Branntweinmonopols können verschiedene sein. Dort
wo die Fabrikation in wenigen Unternehmungen konzentriert ist,
kann der Staat auch die Produktion monopolisieren. Dann kann
der Staat das Monopol ansetzen beim Raffinieren und bei der
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