Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Gesellschaft m. b. H. 
haben, dürfen zu diesem Preis bewertet werden, auch wenn er 
den AnschafTungs- oder Herstellungspreis übersteigt. Demnach 
ist die Einsetzung nichtrealisierter Gewinne statthaft. Waren 
and Wertpapiere können aber auch wie Anlagevermögen be 
wertet werden, wenn sie dauernd zum Geschäftsbetrieb der Ge 
sellschaft bestimmt sind. Die Kosten der Organisation, d. s. 
die Aufwendungen zur Errichtung der Gesellschaft, wie bei 
spielsweise Gründungskosten, müssen wie bei den Aktiengesell 
schaften als Jahresverlust verrechnet und können nicht auf 
mehrere Jahre verteilt werden. Anlage- und Betriebsgegenstände 
sind wie im § 261 Abs. 3 HGB. zu bewerten. Der Nennwert 
des Stammkapitals, die Reservekapitalien und der Erneuerungs 
fonds sind in die Passiva aufzunehmen; der aus der Vergleichung 
der Aktiva und Passiva sich ergebende Gewinn oder Verlust ist 
am Schluß der B. besonders anzugeben. Die Auszahlung von 
Bauzinsen ist ausgeschlossen (§ 30, 31). Eine gesetzliche Pflicht 
zur Bildung von Reservekonten besteht nicht. 
Erfolgt die Gewinnverteilung nach dem Verhältnis der Ge 
schäftsanteile, so kommen dabei die übernommenen Einlagen, 
nicht die tatsächlich geleisteten Einzahlungen in Betracht. Die 
Gesellschaft kann den Erwerb von volleingezahlten Stamro- 
anteilen aus dem Reingewinn beschließen. Die Gewinnanteile 
werden den Separatkonten der Gesellschafter oder einem ge 
meinsamen Sonderkonto der Gesellschafter kreditiert, z. B. Di 
videndenkonto, Privatkonto. Im Falle einer Aufrechnung gegen 
fehlende Einzahlungen auf die Stammeinlage werden die Ge 
winnanteile dem Einzahlungskonto der Gesellschafter gutge 
schrieben. 
Ein Bilanzverlust kann vorgetragen oder aus einer Reserve 
oder durch Nachschüsse der Gesellschafter gedeckt werden. 
Beispiel: Gesellschaft für Teerverwertung m. b. H., gegründet im Marz 
1906. Bilanz für 10 Betriebsmonate S. 153. Vom Reingewinn wurden 7160 
der Reserve zugeführt und 136 000 für eine 4prozenlige Dividende ver 
wendet. Vom Reingewinn erhalten die Gesellschafter zunächst 6 % der 
eingezahlten Anteile, der Restgewinn wird unter sie nach Maßgabe des 
Wertes ihrer Teerablieferungen im betreffenden Betriebsjahre verteilt. Am 
15. April 1907 wurde eine 4prozentige Anleihe im Betrage von 4 7 /io Milt, 
rückzahlbar zu 103 % von 1912 ab, aufgenommen, hypothekarisch und durch 
Bürgschaft der Gesellschafter sichergestellt. Anfang Juni 1907 wurde ei»
	        
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