IV. DIE WÄHRUNGEN UND DEVISENNOTIERUNGEN 135
mit einem Drittel in Gold gedeckt sein; sie sind seit 1. Jänner 1927
in Goldbarren oder -Münzen im Verhältnis 24:80 Kr. = 1 kg feines
Gold. einlöslich, wenn sie in Posten von mindestens 28.000 Kr. oder
einem Vielfachen eingereicht werden. — Die Norgesbank ist berechtigt,
Noten auszugeben, deren Gesamtbetrag um 250 Millionen Kronen
die Golddeckung übersteigt (Gesetz vom 26. November 1920); doch
kann der König mit Zustimmung des Parlaments eine Überschreitung
dieser Höchstgrenze gestatten. Außerdem zirkulieren kleine Banknoten
von 1 und 2 Kr. ohne Deckung mit Zahlkraft bis 20 Kr. als
Ersatz der Silbermünzen; für diese Emission hat die Bank eine
Steuer zu entrichten, die um 3% kleiner ist als der jeweilige Eskontsatz.
— Die Schwedische Reichsbank darf Noten ausgeben bis zur
Höhe eines Betrages, der um 125 Millionen das Doppelte der Golddeckung
übersteigt; vorübergehende‘ Überschreitungen kann die
Regierung unter der Voraussetzung der parlamentarischen Genehmigung
bewilligen (Gesetz vom 12, Mai 1897). Die während des Weltkrieges
verfügten Einschränkungen (Verbot des Goldexportes, Einstellung
der freien Goldprägung, des Goldkaufes und der Einlöslichkeit
der Noten) sind aufgehoben worden; nachdem schon früher die
freie Ausprägung und die Verpflichtung der Bank, Gold zu kaufen,
wieder aufgenommen worden war, ist seit 1. April 1924 die volle
Einlöslichkeit der Noten in Gold verfügt und seit 1. Juli 1924 auch
die Erlaubnis zur Ausfuhr von Goldmünzen (ausgenommen skandinavische)
gegeben worden,
Portugal. Einheit 1 KEseudo =— 100 Centavos. Goldmünzen zu
1, 5 und 10 Eseudos. Tatsächlich zirkulieren Noten der Bank von
Portugal mit Zwangskurs; sie sollen mit 30% in Gold, Guthaben bei
der Bank von England und anderen ausländischen Korrespondenten
und ausländischen Goldobligationen gedeckt sein, doch kann diese
Deckung auch auf 15% herabgesetzt werden. In deh letzten Jahren
kam der Notenumlauf der Schuld des Staates an die Bank ungefähr
gleich.
Rußland. Einheit 1 Rubel = 100 Kopeken; vor dem Kriege zirkulierten
als Goldmünzen der Imperial zu 15 Rubel, der Halbimperial zu
71/2 Rubel (= 20 Francs) und das Fünfrubel-Goldstück; das Silbergeld, auch
der Silberrubel, als Scheidemünzen, ferner die Noten der staatlichen Reichsbank
. (sogenannte Reichs-Kreditbillets) mit Zwangskurs und in Gold einlöslich.
Während des Krieges wurde die Einlöslichkeit der Banknoten eingestellt;
ihr Betrag ist bedeutend erhöht worden und nach dem Zusammenbruch
des Reiches ins Ungeheure gestiegen. In der Ukraine wurde der Rubel
unter‘ dem Namen Karbowanec beibehalten.
Seit 11. Oktober 1922 gibt die am 12. Oktober 1921 gegründete
„Staatsbank der R.S.F.S. R.“ (Gosbank) Goldbanknoten zu 1, 2, 3,
5, 10, 25 und 50 Tscherwonzy aus, die mit mindestens 250% mit Edelmetall
und im übrigen bankmäßig und mit leicht realisierbaren