138 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
Die Devisennotierung ist auf den Überseeplätzen zumeist keine
börsenmäßige, sondern kommt durch Vereinbarung zwischen den
Banken zustande. Man unterscheidet eine ready-Notierung für sofort
lieferbare Ware und eine forward-Notierung für Zeitdevisen. Die
wichtigste Notierung auf diesen Plätzen ist, von den erwähnten Aus-
nahmen abgesehen, jene der Devise London; vielfach ist diese Notiz
die einzige, die auf Grund tatsächlicher Abschlüsse zustande ge-
kommen ist, während die anderen Kurse rechnungsmäßig ermittelte
Paritäten dieses Londoner Kurses sind.
3. DIE AUSSEREUROPÄISCHEN WÄHRUNGEN UND
DEVISENNOTIERUNGEN
Von den europäischen Währungen haben in den außereuropä-
ischen Ländern, wenn vom Handel in Sibirien und vom holländischen
Gulden in den holländischen Kolonien abgesehen wird, nur die eng-
lische und französische Währung Bedeutung erlangt. Die englische
Währung ist fast in allen englischen Kolonien und auch in einigen
Staaten Südamerikas gesetzliches Zahlungsmittel und durch den
großen Kolonialbesitz Großbritanniens, durch dessen ausgebreitete
Handelsbeziehungen mit allen Völkern der Erde und die großen
Kapitalinvestitionen sozusagen‘ zum Weltgeld geworden. Zur Ver-
breitung der französischen Währung, namentlich im romanischen
Amerika, haben viel die seinerzeit von Frankreich ausgegangenen
Bestrebungen zur Einführung einer internationalen Währung bei-
getragen; doch haben sich auch hier die wirtschaftlichen Beziehungen
als stärker erwiesen und den Franc durch den Dollar oder den
Sovereign verdrängt.
Die Dollarwährung ist, von Nordamerika ausgehend, durch den
mexikanischen Dollar in Ostasien heimisch geworden und hat in der
letzten Zeit auch in mehreren Ländern Zentral- und Südamerikas
Verbreitung gefunden,
In Ostindien und in den benachbarten Küstengebieten des indi-
schen Ozeans ist die Silberrupie seit Jahrhunderten allgemein an-
erkanntes Zahlungsmittel. Dort wie in allen anderen Teilen Asiens
ist das Silber das herrschende Münzmetall, sofern es nicht durch
Papiergeld verdrängt wird, weil der Asiate seit jeher eine große Vor-
liebe für das weiße Metall besitzt. Da sich aber die fortwährenden
Preisschwankungen des Silbers im Zahlungsverkehr mit dem Aus-
lande sehr störend bemerkbar machen, hat man in mehreren dieser
Silberländer den Wert der Silbermünzen zum Gold zu stabilisieren
versucht und dieses zum gesetzlichen Zahlungsmittel, zum legal
tender gemacht. Dadurch sind diese Länder gesetzlich zur Gold-
währung übergegangen, der Binnenverkehr wickelt sich aber nach
wie vor in Silbergeld ab, das zur Goldmünze in einem bestimmten