Full text: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

IX. MARKTORGANISATIONEN 273 
sich von der Verpflichtung zur Übernahme der Ware zu befreien. 
Ebenso kann der Leerverkäufer durch Kauf des Schlußbriefes das 
Geschäft ohne effektive Lieferung liquidieren. Schließlich wird eine 
solche Zedierung ebenso wie die endliche Abrechnung wesentlich 
erleichtert durch die Festsetzung einer gleichen Mengeneinheit, des 
Börseschlusses. 
Für die Abwicklung der Termingeschäfte bestehen besondere 
Liquidationseinrichtungen, die entweder nur die Skontration 
zum Zwecke haben, wie Abrechnungsbureaux und Clearing houses, 
oder damit noch die Sicherung der Erfüllung, der Differenzzahlung, 
verbinden, wie die Warenliquidationskassen; dem letzteren Zwecke 
dient auch das Marginsystem der amerikanischen Börsen. 
Bei den Abrechnungsbureaux erfolgt die Übertragung der 
Termingeschäfte an andere direkt durch Zedierung des Schlußbriefes 
an den Käufer. Jeder auf diese Weise abgeschlossene Kauf oder 
Verkauf ist vor dem Termin dem Abrechnungsbureau mittels Ab- 
rechnungsbogen. anzuzeigen. Kündigt der Verkäufer, so übergibt 
er für jeden Schluß einen Kündigungsbrief dem Abrechnungsbureau, 
das nunmehr eine ähnliche Skontration wie beim Effektenarrangement 
vornimmt und die vidimierten Kündigungsbriefe an jene verteilt, 
die effektive Ware zu übernehmen haben. Als gekündigt werden 
auch alle am letzten Anmeldungstage des Kündigungsmonats be- 
stehenden Lieferungssaldi angesehen. Die Abrechnung der Geld- 
differenzen erfolgt auf Grund von Abrechnungskursen in gleicher 
Weise wie beim Effektenarrangement. 
Ähnlich den Abrechnungsbureaux besorgen die Clearing houses 
an den amerikanischen Warenbörsen die Liquidierung (Settlement) 
der Termingeschäfte. Jedes Mitglied der Börse, das ein Termin- 
geschäft abgeschlossen hat, muß gewöhnlich noch am selben Tage 
den Abschluß in einem Memorandum (confirmation slip) dem Clea- 
ring house anzeigen; in dieses sind alle Geschäftsabschlüsse, die 
mit demselben Mitglied abgeschlossen worden sind, nach Menge 
und Art der Ware, Lieferungsmonat, Preis und Namen des Part- 
ners zu verzeichnen. In gleicher Weise sind alle Kompensationen 
von entgegenstehenden Kontrakten (sogenannte offsets) anzuzeigen. 
Die Memoranden sind in unversiegelten Kuverts an das Clearing 
house zu senden, das die Abschlüsse registriert und am nächsten 
Tag an die Partner weitergibt. Die Kündigung der Termingeschäfte 
wickelt sich im Settlement 700m ab. Der Verkäufer, der kündigt, hat 
die Notice of delivery dem Käufer einige (gewöhnlich fünf) Tage 
vor dem Lieferungstage zu übergeben. Jede Notice muß auf einen 
Schluß lauten. Der Empfänger der Notice hat diese sofort (inner- 
halb 15 bis 20 Minuten, widrigenfalls ein Bruchteil des Preises als 
Ottel, Technik des wirtschaftlichen Verkehrs 
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