Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

Il... INSTRUMENTE DES KAUFMÄNN.. KREDITVERKEHRS 47T
Zahlungsverpflichtung zu erfüllen. Der Wechsel wird dadurch ein
sicheres Kreditpapier, dessen Einlösung mit um so. größerer Sicherheit
 erwartet werden kann, je mehr gute Unterschriften sich auf
ihm befinden. Dazu kommt noch, daß jeder Kaufmann es als seine
Ehrenpflicht ansieht, eine übernommene Wechselverbindlichkeit zu
erfüllen; weiß er doch, daß sein Kredit und Ansehen schwer geschädigt
 werden, falls sein Akzept oder sein Giro notleidend wird.
Diese Vorteile der sicheren und pünktlichen Zahlung, die dem
Wechselbesitzer zugute kommen, machen den guten Wechsel zu
einem geschätzten Wertpapier, das im. kaufmännischen Verkehr
gerne an Zahlungsstatt genommen wird. Diese Funktion des Wechsels
 als Zahlungsmittel wird unterstützt durch seine leichte Übertragbarkeit,
 die zudem das wechselmäßige Regreßrecht gegen die
früheren Besitzer in sich schließt.
Entsprechend diesen großen Vorzügen ist die Verwendung des
trassierten Wechsels in der kaufmännischen ‘Praxis in normalen
Zeiten eine ausgedehnte und mannigfaltige; insbesondere dient er
zur Einziehung von Forderungen, zur Geldbeschaffung und als
Zahlungsmittel.
1. Zur Einziehung einer Forderung wird der Verkäufer einer
Ware auf den Käufer trassieren und diesen, insbesondere wenn die
Tratte akzeptiert wird, zur pünktlichen Bezahlung der Warenschuld
verpflichten. Der Käufer kann aber auch eine dritte Person, gewöhnlich
 eine Bank, angeben, auf die der Verkäufer den Fakturabetrag
 entnimmt (Kommissionstratte), oder er benutzt ein Guthaben,
das er bei einer dritten Person besitzt, um auf diese den Fakturabetrag
 in einer Tratte abzugeben, die er dem Verkäufer zum Begleich
 übermittelt.
Der Verkäufer der Ware wird den empfangenen Wechsel selten
bis zum Verfalltage behalten, sondern er gibt ihn in Eskont, falls
er Geld braucht, oder zur Gutschrift an eine Bank und verwendet
die hiedurch flüssig gemachten Mittel wieder zur Begleichung seiner
Schulden oder zum Einkauf von Rohprodukten, von neuen Waren.
Ohne daher auf den Eingang der alten Warenforderungen: warten
zu müssen, kann der Kaufmann durch die Negozierung der hiefür
empfangenen Wechsel neue Geschäfte in Angriff nehmen und hiedurch
 seinen Gewinn erhöhen sowie Zinsverluste vermeiden.
Die große Konkurrenz im modernen Geschäftsleben hat zweifellos
 den Wechsel schon vor dem Weltkriege einigermaßen zurückgedrängt.
 Denn in dem Bestreben, Geschäfte zu machen, muß der
Gläubiger nicht selten auf den Vorteil der Trassierung verzichten
und seinem Schuldner das diesem viel bequemere offene Ziel einräumen.
 Diesem Widerstreben des Käufers zu akzeptieren, hat man
durch Einführung der sogenannten inakzeptablen Tratte zu be-
            
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